Zuletzt aktualisiert: 17.10.2026
Wer 3.000 Euro brutto verdient und 45 Kilometer in die Arbeit fährt, zahlt mit dem großen Pendlerpauschale und dem Pendlereuro 1.040,40 Euro weniger Lohnsteuer im Jahr, das sind 86,70 Euro mehr netto im Monat. Das Pendlerpauschale betrifft sehr viele Arbeitnehmer, denn viele nehmen einen weiten Weg auf sich, um in die Arbeit zu kommen, und wer vom Land in die nächste Stadt pendelt, ist oft auf das Auto angewiesen. Bei den Spritpreisen der letzten Jahre ist das Pendlerpauschale deshalb ein wichtiges Thema. Auf dieser Seite erfährst du, wozu es das Pendlerpauschale und den Pendlereuro gibt, was sie für dein Einkommen bedeuten und wie du sie beantragst, beim Arbeitgeber oder nachträglich über die Arbeitnehmerveranlagung.
Inhalt
Wozu es das Pendlerpauschale gibt
Der Weg von der Wohnung zur Arbeit kostet Geld, und dieses Geld gibt man aus, um überhaupt arbeiten zu können. Deshalb berücksichtigt der Staat die Fahrtkosten bei der Lohnsteuer. Grundsätzlich sind sie mit dem Verkehrsabsetzbetrag abgegolten, den jeder Arbeitnehmer automatisch bekommt, 2026 sind das 496 Euro im Jahr. Die tatsächlichen Fahrtkosten, also Sprit, Ticket oder Kilometer, kannst du nicht absetzen.

Wer einen weiten Arbeitsweg hat, bekommt zusätzlich das Pendlerpauschale. Es ist ein Freibetrag: Ein fester Betrag wird von deinem Einkommen abgezogen, bevor die Lohnsteuer berechnet wird, also zahlst du auf diesen Teil keine Steuer. Wer Anspruch auf das Pendlerpauschale hat, bekommt außerdem den Pendlereuro. Das ist ein Absetzbetrag, er wird nicht vom Einkommen, sondern direkt von der fertig berechneten Lohnsteuer abgezogen und wirkt deshalb Euro für Euro. Wie Lohnsteuer und Netto zusammenhängen, steht auf der Seite Brutto und Netto.
Kleines oder großes Pendlerpauschale
Es gibt zwei Arten, und welche dir zusteht, hängt davon ab, ob dir öffentliche Verkehrsmittel zumutbar sind. Das kleine Pendlerpauschale bekommst du, wenn du den Weg mit Bus und Bahn zurücklegen könntest, aber erst ab 20 Kilometern einfacher Strecke. Das große Pendlerpauschale bekommst du, wenn öffentliche Verkehrsmittel nicht zumutbar sind, und zwar schon ab 2 Kilometern.

Nicht zumutbar sind sie in drei Fällen. Erstens, wenn auf mindestens der Hälfte des Weges gar kein öffentliches Verkehrsmittel fährt oder keines zur nötigen Zeit, etwa bei Nachtschicht. Zweitens bei bestimmten Behinderungen, zum Beispiel mit einem Parkausweis für Menschen mit Behinderung. Drittens, wenn die Fahrt zu lange dauert: Bis 60 Minuten für eine Strecke sind Öffis immer zumutbar, über 120 Minuten nie. Dazwischen gilt eine Formel: 60 Minuten plus eine Minute pro Kilometer. Bei 30 Kilometern sind also 90 Minuten zumutbar, dauert die schnellste Verbindung länger, steht dir das große Pendlerpauschale zu. Gemessen wird von Tür zu Tür, mit Gehwegen, Wartezeiten und Umsteigen.
Die Beträge und wie oft du fahren musst
Wie hoch das Pendlerpauschale ist, hängt von der Entfernung ab. Das kleine Pendlerpauschale beträgt 58 Euro im Monat bei 20 bis 40 Kilometern, 113 Euro bei mehr als 40 bis 60 Kilometern und 168 Euro bei mehr als 60 Kilometern. Das große Pendlerpauschale beträgt 31 Euro bei 2 bis 20 Kilometern, 123 Euro bei mehr als 20 bis 40 Kilometern, 214 Euro bei mehr als 40 bis 60 Kilometern und 306 Euro bei mehr als 60 Kilometern. Im Jahr ist es das Zwölffache.

Das volle Pendlerpauschale bekommst du, wenn du an mindestens 11 Tagen im Monat in die Arbeit fährst. Bei 8 bis 10 Tagen sind es zwei Drittel, bei 4 bis 7 Tagen ein Drittel. Deshalb bekommen auch Teilzeitkräfte ein Pendlerpauschale, wenn sie mindestens einmal pro Woche fahren. Ein reiner Homeoffice-Tag zählt nicht als Pendeltag, Urlaub und Krankenstand schaden dagegen nicht. Wer vom Arbeitgeber ein Firmenauto bekommt, das er auch für den Arbeitsweg nutzen darf, hat keinen Anspruch.
Der Pendlereuro
Seit 2026 beträgt der Pendlereuro 6 Euro pro Kilometer der einfachen Strecke im Jahr, vorher waren es 2 Euro. Bei 45 Kilometern sind das 270 Euro im Jahr, um die deine Lohnsteuer sinkt, oder 22,50 Euro im Monat. Den Pendlereuro gibt es nur zusammen mit einem Pendlerpauschale, und er wird nach denselben Pendeltagen gekürzt, also bei 8 bis 10 Tagen auf zwei Drittel und bei 4 bis 7 Tagen auf ein Drittel.

Weil der Pendlereuro direkt von der Steuer abgezogen wird, bringt er allen gleich viel, egal wie hoch das Gehalt ist. Beim Pendlerpauschale ist das anders: Es senkt das zu versteuernde Einkommen, und wie viel du dir sparst, hängt von deinem Steuersatz ab. Wer so wenig verdient, dass gar keine Lohnsteuer anfällt, geht trotzdem nicht leer aus. Über die Arbeitnehmerveranlagung bekommt er mit Pendlerpauschale einen höheren Teil seiner Sozialversicherungsbeiträge zurück als ohne.
Was das Pendlerpauschale bringt: ein Rechenbeispiel
Beispielwerte: Angestellte, 3.000 Euro brutto im Monat, 14 Gehälter, Steuerjahr 2026, 45 Kilometer zur Arbeit, mehr als 10 Pendeltage im Monat. Ohne Pendlerpauschale zahlt sie 283,82 Euro Lohnsteuer im Monat, netto bleiben 2.174,08 Euro.

Mit dem kleinen Pendlerpauschale werden 113 Euro im Monat von der Bemessungsgrundlage abgezogen. Ihr Steuersatz für diesen Teil des Einkommens liegt bei 30 Prozent, das spart 33,90 Euro, dazu kommen 22,50 Euro Pendlereuro. Netto bleiben 2.230,48 Euro, das sind 56,40 Euro mehr im Monat oder 676,80 Euro im Jahr. Mit dem großen Pendlerpauschale werden 214 Euro abgezogen, das spart 64,20 Euro, mit dem Pendlereuro zusammen 86,70 Euro im Monat. Netto bleiben 2.260,78 Euro, aufs Jahr gerechnet 1.040,40 Euro mehr.
Wer sich das Pendlerpauschale holt, muss sich aber bewusst sein, dass es nur einen kleinen Teil der echten Kosten ausgleicht. Bei 45 Kilometern und 220 Arbeitstagen fährt die Angestellte 19.800 Kilometer im Jahr. Allein der Sprit kostet bei 6 Litern auf 100 Kilometer und 1,60 Euro pro Liter rund 1.900 Euro, mit dem amtlichen Kilometergeld von 50 Cent, das auch Abnützung, Service und Versicherung abdeckt, wären es 9.900 Euro. Was ein Auto im Jahr wirklich kostet, zeigt der Beitrag über den ersten Autokauf. Wer einen neuen Job oder eine neue Wohnung sucht, sollte den Arbeitsweg deshalb mit seinen vollen Kosten einrechnen und nicht nur mit dem Pendlerpauschale.
Beim Arbeitgeber beantragen: der Pendlerrechner
Am einfachsten bekommst du das Pendlerpauschale gleich mit dem laufenden Gehalt. Dafür brauchst du den Pendlerrechner des Finanzministeriums. Du gibst Wohnadresse, Adresse der Arbeitsstätte und deine üblichen Arbeitszeiten ein, und der Pendlerrechner ermittelt die Entfernung, ob dir Öffis zumutbar sind und welches Pendlerpauschale dir zusteht. Das Ergebnis druckst du als Formular L34 EDV aus, unterschreibst es und gibst es deinem Arbeitgeber. Die Lohnverrechnung berücksichtigt Pendlerpauschale und Pendlereuro dann jeden Monat, und du hast sofort mehr netto.

Den Pendlerrechner findest du direkt auf der Seite des Finanzministeriums, dort steht auch eine ausführliche Erklärung zum Pendlerpauschale. Ändert sich etwas, etwa die Wohnung, die Arbeitsstätte oder die Arbeitszeit, musst du das deinem Arbeitgeber sofort melden und den Pendlerrechner neu abfragen. Stimmt das Pendlerpauschale nicht, zahlst du die Lohnsteuer nach, und eine Arbeitnehmerveranlagung wird verpflichtend.
Nachträglich über die Arbeitnehmerveranlagung
Hast du das Pendlerpauschale nicht beim Arbeitgeber beantragt oder hat sich während des Jahres etwas geändert, holst du es dir über die Arbeitnehmerveranlagung zurück. Am einfachsten ist das über FinanzOnline, im Antrag L1 bei den Werbungskosten. Als Hilfe für die Berechnung gibt es das Formular L34a, und auch hier ist das Ergebnis des Pendlerrechners die Grundlage. Wie du dich mit ID Austria anmeldest, steht auf der Seite über FinanzOnline und ID Austria.

Für die Arbeitnehmerveranlagung hast du fünf Jahre Zeit, für 2026 also bis Ende 2031. Wer bisher nicht wusste, dass ihm ein Pendlerpauschale zusteht, kann es deshalb auch für vergangene Jahre noch beantragen. Was die Arbeitnehmerveranlagung sonst noch bringt, steht auf der Seite über die Arbeitnehmerveranlagung.
Der Rat zum Schluss: Frag den Pendlerrechner ab, sobald dein Arbeitsweg mehr als 20 Kilometer lang ist oder Öffis für dich nicht in Frage kommen, gib das Ergebnis gleich deinem Arbeitgeber, damit du das Geld jeden Monat bekommst, und kontrolliere in der Arbeitnehmerveranlagung, ob Pendlerpauschale und Pendlereuro für alle Monate berücksichtigt wurden.
Quellen: Bundesministerium für Finanzen: Allgemeines zum Pendlerpauschale, Unzumutbarkeit der Benützung von Massenverkehrsmitteln, Pendlerrechner, Übersicht Steuerabsetzbeträge und Kilometergeld; oesterreich.gv.at: Beantragung des Pendlerpauschales und des Pendlereuros; WKO: Pendlerpauschale FAQ. Stand: Oktober 2026.

Weiterlesen: Wer vom Land in die nächste Stadt pendelt, ist oft auf das Auto angewiesen. Zu den Kosten, die dafür jeden Monat anfallen, gehört die motorbezogene Versicherungssteuer, die in der Versicherungsprämie steckt. Dort steht, wie viel Steuer du für Auto und Motorrad zahlst.
Hinweis: Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Beratung. Ob und in welcher Höhe dir ein Pendlerpauschale zusteht, ergibt sich aus dem Pendlerrechner und deinem Einzelfall; im Zweifel helfen das Finanzamt, die Arbeiterkammer oder eine Steuerberatung. Das Rechenbeispiel verwendet Beispielwerte für 2026.


