Zuletzt aktualisiert: 12.10.2026
Von 3.000 Euro brutto im Monat bleiben rund 2.170 Euro auf dem Konto. Gut 540 Euro gehen an die Sozialversicherung, knapp 290 Euro an Lohnsteuer, und wer mit dem Rest einkaufen geht, zahlt bei fast jedem Einkauf noch einmal Umsatzsteuer. Über Steuern wird viel gestritten: Den einen ist es zu viel, den anderen an manchen Stellen zu wenig, und recht machen kann man es niemandem. Diese Seite bewertet das nicht. Sie erklärt, welche Steuern und Abgaben es gibt, wie viel der Staat damit einnimmt und wofür er das Geld ausgibt.
Inhalt
Steuer, Gebühr, Beitrag: Was der Unterschied ist
Im Alltag wird alles, was an den Staat geht, „Steuern“ genannt. Genau genommen gibt es drei Arten. Eine Steuer zahlst du, ohne dafür eine bestimmte Gegenleistung zu bekommen. Die Lohnsteuer fließt in den allgemeinen Topf, aus dem Schulen, Straßen und Polizei bezahlt werden, und niemand kann verlangen, dass sein Geld für etwas Bestimmtes verwendet wird. Eine Gebühr zahlst du dagegen für eine konkrete Leistung einer Behörde, zum Beispiel für einen neuen Reisepass. Ein Beitrag schließlich geht an die Sozialversicherung und gibt dir einen Anspruch: auf Behandlung beim Arzt, auf Arbeitslosengeld, später auf eine Pension.
Der Überbegriff für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge heißt Abgaben. Wenn in den Nachrichten von der Abgabenquote die Rede ist, sind also beide gemeint.

Wie viel der Staat einnimmt
2025 haben Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung zusammen 227,4 Milliarden Euro an Steuern und Beiträgen eingenommen. Das sind 43,9 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Österreichs, also des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Von jedem Euro, der im Land erwirtschaftet wird, gehen damit rund 44 Cent an die öffentliche Hand.
Der größte Brocken sind die Beiträge zur Sozialversicherung mit rund 83 Milliarden Euro, das meiste davon für die Pensionen. Danach kommen zwei Steuern, die fast gleich viel bringen: die Mehrwertsteuer mit 40,5 Milliarden und die Lohnsteuer mit 39,2 Milliarden Euro. Die Körperschaftsteuer, also die Steuer auf Gewinne von Firmen, bringt 12,9 Milliarden. Fast genauso viel zahlen Arbeitgeber über Abgaben auf die Lohnsumme, etwa die Kommunalsteuer für die Gemeinde. Der Rest verteilt sich auf viele kleinere Steuern, von der Mineralölsteuer bis zur Grunderwerbsteuer.

Was vom Gehalt an den Staat geht
Vom Bruttogehalt werden zuerst die Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Für Angestellte sind das rund 18 Prozent, bei 3.000 Euro brutto also gut 540 Euro. Erst vom Rest wird die Lohnsteuer berechnet, und zwar in Stufen. Die ersten 13.539 Euro im Jahr bleiben steuerfrei. Für den Teil darüber bis 21.992 Euro zahlst du 20 Prozent, für den nächsten Teil bis 36.458 Euro 30 Prozent, und so geht es weiter bis 55 Prozent für Einkommen über einer Million. Wichtig ist: Der höhere Satz gilt immer nur für den Teil des Einkommens, der in die nächste Stufe fällt, nicht für das ganze Gehalt. Allein durch den höheren Steuersatz hat deshalb niemand nach einer Gehaltserhöhung weniger netto als vorher.
Im Beispiel mit 3.000 Euro brutto ergibt das rund 3.940 Euro Lohnsteuer im Jahr. Davon wird noch der Verkehrsabsetzbetrag von 496 Euro abgezogen, der allen Arbeitnehmern zusteht. Übrig bleiben knapp 290 Euro Lohnsteuer im Monat und rund 2.170 Euro netto. Das 13. und 14. Gehalt werden günstiger besteuert: Nach einem Freibetrag von 620 Euro fallen meist nur 6 Prozent Lohnsteuer an.
Was auf dem Lohnzettel nicht steht: Der Arbeitgeber zahlt zusätzlich zum Bruttogehalt seinen eigenen Anteil an die Sozialversicherung und die Abgaben auf die Lohnsumme. Ein Arbeitsplatz kostet die Firma also deutlich mehr als das Bruttogehalt.

Steuern auf Zinsen und Kapitalerträge
Auch Geld, das für dich arbeitet, wird besteuert. Für Zinsen auf dem Sparkonto zieht die Bank 25 Prozent Kapitalertragsteuer (KESt) ab, für Dividenden, Zinsen aus Anleihen und Gewinne aus Aktien oder ETFs sind es 27,5 Prozent. Von 1.000 Euro Zinsen am Sparkonto bleiben also 750 Euro, von 1.000 Euro Dividende 725 Euro. Bei einer österreichischen Bank oder einem steuereinfachen Broker wird die Steuer automatisch abgezogen, und damit ist alles erledigt.
Ob es gerecht ist, dass Kapitalerträge mit einem festen Satz besteuert werden, während Arbeitseinkommen bis zu 55 Prozent tragen, ist eine Frage der fairen Verteilung. Darauf gibt es keine richtige oder falsche Antwort, nur verschiedene Meinungen. Eines lässt sich aber auch positiv sehen: Wer viel Kapitalertragsteuer zahlt, hat vorher viel Kapitalertrag gehabt.

Steuern beim Einkaufen
Die Umsatzsteuer, im Alltag meist Mehrwertsteuer genannt, steckt in fast jedem Preis. Der normale Satz beträgt 20 Prozent. Für Lebensmittel, Bücher und Mieten gelten 10 Prozent, für einige andere Dinge wie Blumen oder Kinokarten 13 Prozent. Weil die Steuer schon im Preis enthalten ist, steckt in einem Einkauf um 100 Euro mit 20 Prozent nicht 20, sondern 16,67 Euro Steuer. Bei 10 Prozent sind es 9,09 Euro.
Dazu kommen Verbrauchsteuern auf einzelne Waren. Beim Tanken zahlst du Mineralölsteuer und CO₂-Abgabe, bei Zigaretten Tabaksteuer. Diese Steuern sind im Preis versteckt, und auf sie kommt noch einmal Umsatzsteuer dazu.

Wofür das Geld ausgegeben wird
2025 hat der Staat insgesamt 283 Milliarden Euro ausgegeben. Der größte Teil, 41,3 Prozent, geht in die soziale Sicherung: Pensionen, Arbeitslosengeld, Familienbeihilfe und Pflege. An zweiter Stelle steht das Gesundheitswesen mit 17,8 Prozent, also Spitäler und Arztbesuche. Danach folgen die Wirtschaft mit 12,1 Prozent, wozu Verkehr, Straßen und Förderungen zählen, die allgemeine Verwaltung samt den Zinsen für die Staatsschulden mit 11,1 Prozent und die Bildung mit 9,5 Prozent. Der Rest verteilt sich auf Sicherheit, Umweltschutz, Kultur, Wohnbau und Landesverteidigung.
Hinter diesen Zahlen steht vieles, das im Alltag selbstverständlich wirkt: Rettung, Feuerwehr und Polizei, die kommen, wenn man sie ruft. Straßen, die geräumt werden, und Müll, der abgeholt wird. Schulen, Spitäler und eine Pension im Alter. Würde man alle Steuern abschaffen, gäbe es viele dieser Bereiche in der Form, wie wir sie kennen, nicht mehr. Jeder leistet seinen Beitrag auf eine andere Art, und genau das hält eine Gesellschaft zusammen.

Einnahmen, Ausgaben und Schulden
Wer genau rechnet, sieht eine Lücke: Den Ausgaben von 283 Milliarden Euro stehen Steuern und Beiträge von 227 Milliarden gegenüber. Einen Teil der Lücke decken andere Einnahmen wie Gebühren, Gewinne staatlicher Unternehmen und Verkäufe. Der Rest ist das Defizit, und das wird mit neuen Schulden bezahlt. 2025 betrug es 4,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. Der Schuldenstand lag Ende 2025 bei 81,5 Prozent des BIP.
Schulden kosten auch den Staat Zinsen, und diese Zinsen müssen in den folgenden Jahren wieder aus Steuern bezahlt werden. Wie viel Schulden ein Staat machen soll, ist eine politische Frage. Für das eigene Verständnis reicht es zu wissen, dass jeder Euro Defizit irgendwann von irgendjemandem zurückgezahlt werden muss.

Was du selbst tun kannst
Über die Höhe der Steuern entscheidet die Politik, aber wie viel du am Ende selbst zahlst, hast du zum Teil in der Hand. Der Arbeitgeber zieht die Lohnsteuer so ab, als hättest du das ganze Jahr gleich viel verdient und keine besonderen Ausgaben gehabt. Wer unterjährig den Job gewechselt hat, Kinder hat, pendelt oder Ausgaben für den Beruf hatte, bekommt über die Arbeitnehmerveranlagung oft Geld zurück. Das geht online über FinanzOnline, den Zugang dazu bekommst du mit der ID Austria.

Der Rat zum Schluss: Mach jedes Jahr die Arbeitnehmerveranlagung, auch wenn du glaubst, dass sich nichts geändert hat. Sie kostet nichts, und wenn du nichts zurückbekommst, hast du nichts verloren. Fünf Jahre hast du dafür Zeit.
Quellen: Statistik Austria: Steuer- und Abgabeneinnahmen 2025 und Einzelsteuerliste (Stand 30.09.2026), Staatsausgaben nach Aufgabenbereichen; WKO-Statistik: Staatsquoten und Staatsausgaben nach Aufgabenbereichen (April 2026); Unternehmensserviceportal: Steuerabsetzbeträge; Einkommensteuertarif 2026 nach der Inflationsanpassungsverordnung 2026. Stand: Oktober 2026.

Weiterlesen: Den Ausgaben von 283 Milliarden Euro stehen Steuern und Beiträge von 227 Milliarden gegenüber, und was trotz anderer Einnahmen fehlt, ist das Defizit. Was dahintersteckt und wie es mit dem Schuldenstand zusammenhängt, erklärt die Seite über Staatsschulden und Defizit. Dort steht auch, warum es dich betrifft.
Hinweis: Diese Seite erklärt allgemein, wie das Steuersystem funktioniert. Sie ersetzt keine Steuerberatung, die Rechenbeispiele sind gerundete Beispielwerte.


