Ein Lkw mit orangen Containern fährt auf einer Straße aus einem Alpental, oben die Worte Österreichs Wirtschaft

Österreichs Wirtschaft im Überblick: Branchen, Export und Entwicklung

Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026

Von 100 Euro, die in Österreich erwirtschaftet werden, entstehen rund 71 Euro in Dienstleistungen, rund 27 Euro in Industrie, Bau und Energie und nur rund 1,40 Euro in der Land- und Forstwirtschaft. Vor gut hundert Jahren arbeiteten noch fast vier von zehn Menschen auf dem Land. Auch wer selbst kein Unternehmen führt, sollte wissen, was im eigenen Land vor sich geht: wohin das Geld fließt, welche Branchen wichtig sind und was Österreichs Wirtschaft antreibt. Daraus lässt sich auch für das Private etwas ableiten, für den eigenen Job, für die Berufswahl in der Familie und für die Geldanlage. Diese Seite gibt einen Überblick über die Größe der Wirtschaft, ihre Entwicklung, die wichtigsten Branchen, den Export, Tourismus und Energie, die Unterschiede zwischen den Bundesländern und darüber, was du daraus mitnehmen kannst.

Österreichs Wirtschaft in Zahlen

Gemessen wird die Wirtschaft eines Landes mit dem Bruttoinlandsprodukt, dem Wert aller Waren und Dienstleistungen eines Jahres. 2024 waren das in Österreich rund 494 Milliarden Euro, bei gut neun Millionen Einwohnern. Damit ist Österreich ein kleines, aber reiches Land: Rechnet man die Unterschiede bei den Preisen heraus, liegt die Wirtschaftsleistung pro Kopf rund ein Fünftel über dem Durchschnitt der EU.

Österreichs Wirtschaft in Zahlen: Von 100 Euro Wertschöpfung entstehen rund 71 Euro in Dienstleistungen, 27 Euro in Industrie, Bau und Energie und 1,40 Euro in der Land- und Forstwirtschaft. Wirtschaftsleistung 2024 494 Milliarden Euro, gut 9 Millionen Einwohner, pro Kopf 119 Prozent des EU-Schnitts, rund die Hälfte geht in den Konsum.

Wohin das Geld fließt, zeigt die andere Seite derselben Rechnung. Rund die Hälfte der Wirtschaftsleistung geben die Haushalte für ihren Konsum aus, für Wohnen, Essen, Mobilität und Freizeit. Ein weiterer großer Teil geht in den Konsum des Staates, etwa für Schulen, Spitäler und Verwaltung, und in Investitionen in Gebäude, Maschinen und Forschung. Und weil Österreich viel exportiert, hängt ein großer Teil der Arbeitsplätze daran, dass im Ausland österreichische Waren und Dienstleistungen gekauft werden.

Vom Bauernland zum Dienstleistungsland

Österreichs Wirtschaft hat sich in hundert Jahren grundlegend verändert. 1910 arbeiteten im heutigen Bundesgebiet noch fast 40 Prozent der Menschen in der Land- und Forstwirtschaft, nur knapp 30 Prozent in Dienstleistungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Wiederaufbau, und die Industrie wurde zum größten Arbeitgeber: 1961 arbeiteten über 40 Prozent der Menschen in Industrie und Gewerbe. Heute sind es rund ein Viertel, in der Landwirtschaft nur noch etwa 3 Prozent, und rund sieben von zehn Menschen arbeiten in Dienstleistungen, im Handel, im Gesundheitswesen, in Büros, in Schulen oder im Tourismus.

Wie sich die Arbeit verändert hat: 1910 arbeiteten 39 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft, 31 Prozent in Industrie und Gewerbe und 30 Prozent in Dienstleistungen; 1961 waren es 23, 42 und 36 Prozent, 2023 3, 26 und 71 Prozent. Wendepunkte: Öffnung Osteuropas 1989, EU-Beitritt 1995, Euro als Bargeld 2002.

Wichtige Wendepunkte waren die Öffnung Osteuropas ab 1989, der Beitritt zur EU 1995 und der Euro als Bargeld ab 2002. Österreich rückte damit vom Rand Westeuropas in die Mitte des europäischen Binnenmarkts, und viele heimische Unternehmen und Banken wuchsen in die Nachbarländer im Osten. Die Richtung ist seit Jahrzehnten dieselbe: Dienstleistungen wachsen, die Landwirtschaft wird kleiner, und die Industrie bleibt ein wichtiger Kern, auch wenn ihr Anteil an den Arbeitsplätzen sinkt.

Die wichtigsten Branchen

Die größte einzelne Branche ist die Herstellung von Waren, also die Industrie im engeren Sinn, mit rund 17 Prozent der Wertschöpfung. Wertschöpfung ist das, was eine Branche an Wert neu schafft, also ihr Umsatz abzüglich dessen, was sie von anderen einkauft. Stark ist Österreich vor allem im Maschinenbau, in der Metallerzeugung, bei Zulieferteilen für Autos, in der Elektronik, in der Chemie und bei Papier und Holz. Dahinter folgen der Handel mit rund 11 Prozent, die freiberuflichen und unternehmensnahen Dienstleistungen wie Beratung, Technik und Arbeitskräfteüberlassung mit rund 10 Prozent und das Wohnungswesen, also das Vermieten von Wohnungen und Häusern, mit ebenfalls rund 10 Prozent.

Die wichtigsten Branchen nach Anteil an der Wertschöpfung 2024: Industrie 16,9 Prozent, Handel 10,7, freiberufliche Dienstleistungen 10,0, Wohnungswesen 9,8, Gesundheit und Soziales 8,5, Bau 6,4, Bildung 5,6, Verkehr 5,4, öffentliche Verwaltung 5,3, Finanz und Versicherung 5,0, Beherbergung und Gastronomie 4,3, Information und Kommunikation 3,9, Energie 3,0, Land- und Forstwirtschaft 1,4 Prozent.

Groß sind auch Gesundheit und Soziales mit gut 8 Prozent, der Bau mit über 6 Prozent sowie Bildung, Verkehr, öffentliche Verwaltung und Finanzwesen mit jeweils rund 5 Prozent. Getragen wird das Ganze von vielen kleinen Betrieben: Mehr als 99 Prozent der Unternehmen haben weniger als 250 Beschäftigte, und sie beschäftigen den Großteil der Arbeitnehmer. Die großen Industriebetriebe sind wenige, aber an ihnen hängen viele Zulieferer, Handwerker und Dienstleister in der Region.

Exportland Österreich

Österreich verdient sein Geld zu einem großen Teil im Ausland. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen entsprechen mehr als der Hälfte der Wirtschaftsleistung. Allein die Warenexporte sind von rund 70 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf rund 190 Milliarden Euro gestiegen, sie haben sich also fast verdreifacht. Am meisten exportiert Österreich Maschinen und Fahrzeuge, sie machen über ein Drittel der Warenexporte aus.

Exportland Österreich: Warenexporte von 70 Milliarden Euro im Jahr 2000 über 109 Milliarden 2010 auf 191 Milliarden Euro 2024. Wichtigste Abnehmer 2025: Deutschland 29,5 Prozent, USA 6,8 Prozent, Italien 6,6 Prozent. Maschinen und Fahrzeuge machen über ein Drittel der Warenexporte aus.

Der mit Abstand wichtigste Kunde ist Deutschland: Von 100 Euro Warenexport gehen rund 30 Euro dorthin, gefolgt von den USA und Italien mit je rund 7 Euro. Das hat Folgen: Läuft die deutsche Industrie gut, profitieren viele österreichische Betriebe, vor allem Zulieferer der Autoindustrie, und läuft sie schlecht, spürt Österreich das bald danach. Wer verstehen will, wie es der österreichischen Konjunktur geht, sollte also auch nach Deutschland schauen.

Tourismus, Wasserkraft und Holz

Österreich lebt auch von dem, was das Land selbst mitbringt. Der Tourismus zählte 2025 rund 157 Millionen Nächtigungen, so viele wie noch nie seit Beginn der elektronischen Aufzeichnungen, drei Viertel davon von Gästen aus dem Ausland. Beherbergung und Gastronomie erwirtschaften über 4 Prozent der Wertschöpfung, dazu kommen Seilbahnen, Handel und viele Betriebe, die indirekt am Tourismus verdienen. In manchen Tälern Westösterreichs hängt fast die ganze Region daran.

Tourismus, Wasserkraft und Holz: 157 Millionen Nächtigungen im Rekordjahr 2025, drei Viertel von Gästen aus dem Ausland; mehr als die Hälfte des Stroms aus Wasserkraft in Jahren mit normaler Wasserführung; fast die Hälfte der Fläche ist Wald.

Die Berge liefern auch Energie: Wasserkraft erzeugt in Jahren mit normaler Wasserführung mehr als die Hälfte des Stroms im Land. Dazu kommen Wälder, die fast die Hälfte der Fläche bedecken und eine starke Holz-, Papier- und Möbelindustrie versorgen. Diese Stärken lassen sich nicht ins Ausland verlagern, und sie machen einen Teil der Wirtschaft unabhängiger von der Industrie und ihren Schwankungen.

Wo das Geld erwirtschaftet wird: die Bundesländer

Die Wirtschaft ist im Land ungleich verteilt. Wien erwirtschaftet rund ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung, vor allem mit Dienstleistungen, Verwaltung, Handel und Tourismus. Danach folgen Oberösterreich und Niederösterreich mit jeweils rund einem Sechstel und die Steiermark mit rund 13 Prozent. Oberösterreich und die Steiermark sind die Industrieländer Österreichs, Kärnten ist stark in der Elektronik, Tirol und Salzburg im Tourismus, Vorarlberg in der Industrie mit vielen exportstarken Betrieben.

Anteil der Bundesländer an der Wirtschaftsleistung 2024: Wien 25,3 Prozent, Oberösterreich 16,7, Niederösterreich 15,6, Steiermark 12,9, Tirol 9,1, Salzburg 7,6, Kärnten 5,7, Vorarlberg 4,7, Burgenland 2,4 Prozent. Pro Kopf liegt Salzburg mit 65.800 Euro vorne, das Burgenland hat mit 39.000 Euro den niedrigsten Wert.

Pro Kopf gerechnet liegt Salzburg vorne, gefolgt von Wien und Tirol, das Burgenland hat die niedrigste Wirtschaftsleistung pro Einwohner. Beim Einkommen der Haushalte sind die Unterschiede aber viel kleiner, denn viele Menschen pendeln zur Arbeit in ein anderes Bundesland, und Steuern und Sozialleistungen gleichen einen Teil aus. Wer in einer Industrieregion lebt, spürt eine Krise der Industrie trotzdem stärker, zuletzt etwa in Oberösterreich und Kärnten.

Was du daraus für Job und Geldanlage mitnimmst

Ein Überblick über die eigene Wirtschaft ist kein Selbstzweck. Es ist immer gut zu wissen, wo man steht, im Job, beim Investment und als Land. Seit Jahrzehnten wachsen die Dienstleistungen, und mit einer älter werdenden Bevölkerung wächst der Bedarf an Gesundheit und Pflege. Auch Information und Kommunikation legen zu. Die Industrie bleibt wichtig, braucht aber immer mehr Fachkräfte und immer weniger einfache Tätigkeiten. Wer einen Beruf wählt oder wechselt oder mit den eigenen Kindern über ihre Ausbildung spricht, schaut am besten auf Branchen, die gefragtes Können brauchen und einen guten Kollektivvertrag haben.

Was du daraus mitnimmst: Beim Job wachsen Gesundheit und Pflege sowie Information und IT, die Industrie braucht Fachkräfte; gefragtes Können und ein guter Kollektivvertrag zählen. Bei der Geldanlage ist Österreich ein kleiner Teil der Weltwirtschaft, der Grundstock gehört breit gestreut.

Für Anleger zeigt der Überblick, woran Österreich verdient, aber auch, wie klein der heimische Markt ist. Im Wiener Leitindex ATX haben Banken das größte Gewicht, dazu kommen Energie, Grundstoffe und Industrie. Wer an Österreichs Stärken teilhaben will, kann das mit einzelnen Aktien tun, etwa bei Industriebetrieben und Zulieferern. Der Grundstock gehört aber in breit gestreute Fonds wie einen ETF, denn Österreich ist nur ein kleiner Teil der Weltwirtschaft, und ein Depot nur mit heimischen Werten hängt stark an wenigen Branchen.

Der Rat zum Schluss: Schau dir einmal im Jahr an, wie sich die großen Branchen, der Export und deine eigene Branche entwickeln, und frag dich, wo dein Job und dein Geld in diesem Bild stehen.

Quellen: Statistik Austria: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen 2024, Bruttoregionalprodukt 2024 (9.12.2025) und Außenhandel 2025 (9.3.2026); WKO: Warenexporte nach Ländern; WIFO: Monatsbericht 2/1970. Stand: Oktober 2026.

Eine Weltkugel mit Europa im Vordergrund, Österreich in Orange hervorgehoben, Pakete und Container wandern auf Bögen in andere Länder und zurück, oben das Wort Außenhandel

Weiterlesen: Von 100 Euro Warenexport gehen rund 30 Euro nach Deutschland, und die Exporte entsprechen mehr als der Hälfte der Wirtschaftsleistung. Wie stark Österreich von Exporten und Außenhandel lebt, verdient deshalb einen eigenen Blick. Dort steht, mit wem Österreich handelt und warum es zählt.

Hinweis: Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick über Österreichs Wirtschaft und ersetzt keine Beratung. Die Zahlen werden jährlich neu berechnet und gerundet; die Rechnung mit 100 Euro dient der Veranschaulichung.

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