Zuletzt aktualisiert: 17.10.2026
Die Arbeitslosenquote in Österreich lag 2025 bei 7,4 Prozent, im Schnitt waren 317.540 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet. Nach der Methode der Europäischen Union waren es nur 5,7 Prozent. Beide Zahlen stimmen, sie messen nur Verschiedenes. Auf dieser Seite erfährst du, wie die Arbeitslosenquote berechnet wird, wie sie sich seit den 1990er-Jahren entwickelt hat, was die aktuellen Arbeitslosenzahlen sagen, warum im Winter mehr Menschen arbeitslos sind, wie groß die Unterschiede zwischen Wien und dem Westen sind, wen Arbeitslosigkeit in Österreich am stärksten trifft und was das für dich bedeutet.
Inhalt
Zwei Arbeitslosenquoten: national und international
In Österreich gibt es zwei Arbeitslosenquoten. Die nationale Quote berechnet das Arbeitsmarktservice, kurz AMS: Gezählt wird, wer beim AMS als arbeitslos vorgemerkt ist, geteilt durch alle Arbeitslosen und unselbständig Beschäftigten zusammen. Wer gerade einen AMS-Kurs besucht, zählt nicht als arbeitslos, sondern wird als Schulungsteilnehmer eigens ausgewiesen, 2025 waren das im Schnitt 76.496 Menschen. Würde man sie mitzählen, läge die Quote bei rund 9 Prozent.

Die internationale Quote stammt von Statistik Austria und folgt den Regeln der Internationalen Arbeitsorganisation, auf Englisch International Labour Organization, kurz ILO. Sie beruht auf einer Befragung und zählt nur, wer aktiv Arbeit sucht und sofort anfangen könnte. Wer auch nur eine Stunde pro Woche arbeitet, gilt schon als erwerbstätig, und im Nenner stehen auch die Selbständigen. Deshalb ist die internationale Quote immer niedriger, 2025 waren es 5,7 Prozent. Für den Vergleich mit anderen Ländern zählt nur diese Quote: Österreich lag 2025 knapp unter dem EU-Schnitt von 6,0 Prozent, deutlich unter Spanien mit 10,5 Prozent, aber über Deutschland mit 3,8 Prozent.
Arbeitslosenquote Österreich: die Entwicklung seit 1994
Über die Jahrzehnte schwankt die Arbeitslosigkeit in Österreich mit der Wirtschaft. Nach der nationalen Methode lag die Quote 2000 bei 5,8 Prozent, stieg nach der Finanzkrise 2009 auf 7,2 Prozent und erreichte 2015 und 2016 mit 9,1 Prozent einen Höchststand. Danach sank sie bis 2019 auf 7,4 Prozent. Im Corona-Jahr 2020 schnellte sie auf 9,9 Prozent, den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Krieg. 2022 war sie mit 6,3 Prozent so niedrig wie seit 2008 nicht mehr, seither steigt sie wieder, 2025 waren es 7,4 Prozent, genau so viel wie vor Corona.

Die internationale Quote verläuft ähnlich, aber auf niedrigerem Niveau, von 3,5 Prozent im Jahr 2000 bis 5,7 Prozent 2025. Dabei gibt es zwei Brüche in der Statistik: 2004 und 2021 wurde die Befragung umgestellt, ein Teil des Sprungs in diesen Jahren kommt von der neuen Methode, nicht von der Wirtschaft. Wie Konjunktur und Wachstum zusammenhängen, steht auf der Seite über Wirtschaftswachstum und Konjunktur.
Aktuelle Arbeitslosenzahlen und Prognose
Ende September 2026 waren laut AMS-Arbeitslosenzahlen 306.624 Menschen arbeitslos, um 2,5 Prozent mehr als ein Jahr davor, dazu kamen 74.535 Schulungsteilnehmer. Die Quote lag bei 7,1 Prozent. Gleichzeitig hatten rund vier Millionen Menschen einen Job. Besonders stark steigt die Langzeitarbeitslosigkeit: 56.432 Menschen waren länger als ein Jahr ohne Arbeit, um 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Schnitt dauerte eine Arbeitslosigkeit 133 Tage.

Die Wirtschaftsforscher von WIFO und IHS erwarten für das ganze Jahr 2026 eine Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent und für 2027 eine leichte Besserung auf 7,3 bis 7,4 Prozent. Der Grund für den Anstieg: Die Wirtschaft wächst nur langsam, gleichzeitig suchen mehr Menschen Arbeit, etwa weil Frauen später in Pension gehen. Der Arbeitsmarkt reagiert immer verzögert, er gilt deshalb als nachlaufender Anzeiger der Konjunktur. Laut WIFO sinkt die Arbeitslosigkeit in Österreich erst, wenn die Wirtschaft um mehr als rund 1,6 Prozent im Jahr wächst.
Warum im Winter mehr Menschen arbeitslos sind
Die Arbeitslosenzahlen schwanken stark mit den Jahreszeiten. Im Jänner 2025 waren 365.746 Menschen arbeitslos, die Quote lag bei 8,6 Prozent, im Juni und Juli nur bei 6,7 Prozent. Der Hauptgrund ist der Bau: Ende Jänner 2026 waren fast 61.000 Menschen aus der Bauwirtschaft arbeitslos, dreieinhalbmal so viele wie im Sommer, und rund zwei Drittel von ihnen hatten schon eine Zusage, im Frühjahr wieder anzufangen. Im Tourismus ist es umgekehrt: Dort steigt die Arbeitslosigkeit in der Zwischensaison im April und November und sinkt in der Winter- und Sommersaison.

Wer Monatszahlen vergleicht, sollte deshalb immer den gleichen Monat des Vorjahres nehmen. Ein Anstieg von Oktober auf Jänner ist normal und sagt wenig über die Wirtschaft.
Arbeitslosenquote Wien und die Bundesländer
Zwischen den Bundesländern liegen Welten. Die Arbeitslosenquote in Wien war 2025 mit 11,9 Prozent fast dreimal so hoch wie in Salzburg und Tirol mit je 4,5 Prozent. Dahinter folgen Kärnten mit 7,5 und das Burgenland mit 7,0 Prozent, Niederösterreich und die Steiermark lagen bei 6,6, Vorarlberg bei 5,9 und Oberösterreich bei 5,4 Prozent. In Wien lebten 125.525 der 317.540 Arbeitslosen, also fast 40 Prozent.

Die Unterschiede haben viele Gründe: In Wien leben mehr Menschen mit geringer Ausbildung, die Stadt zieht Arbeitssuchende aus ganz Österreich an, und es gibt weniger Saisonbetriebe. Im Westen fehlen dagegen Arbeitskräfte, dort finden Betriebe oft nicht einmal genug Lehrlinge.
Arbeitslosigkeit Österreich: wen sie am stärksten trifft
Am deutlichsten zeigt sich der Unterschied bei der Ausbildung. Wer höchstens einen Pflichtschulabschluss hat, war 2025 zu 22,0 Prozent arbeitslos, mit Lehrabschluss zu 6,4 Prozent, mit Matura an einer berufsbildenden höheren Schule zu 4,0 Prozent und mit Studienabschluss nur zu 3,4 Prozent. Fast die Hälfte aller Arbeitslosen hatte nur die Pflichtschule. Bei Männern lag die Quote 2025 mit 7,8 Prozent höher als bei Frauen mit 6,9 Prozent, Ende September 2026 hat sich das umgedreht, weil mehr Frauen länger arbeiten.

Ältere werden seltener arbeitslos, finden aber schwerer zurück: Fast 40 Prozent der Arbeitslosen über 50 waren länger als ein Jahr ohne Job. Niemand sollte sich in Sicherheit wiegen, Arbeitslosigkeit kann jeden treffen, auch ohne eigenes Verschulden. Die Zahlen zeigen aber klar, dass Bildung der beste Schutz ist, und es ist nie zu spät, eine Ausbildung nachzuholen. Was du im Fall der Fälle bekommst, steht auf der Seite über das Arbeitslosengeld.
Offene Stellen und was der Arbeitsmarkt für dich bedeutet
Den Arbeitslosen stehen offene Stellen gegenüber. 2025 waren beim AMS im Schnitt 78.844 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, 2022 waren es mit 125.503 so viele wie noch nie. Auf eine offene Stelle kamen 2025 rechnerisch vier Arbeitslose, 2022 nur zwei. Nicht jede Stelle wird dem AMS gemeldet: Statistik Austria zählte im zweiten Quartal 2026 rund 123.400 offene Stellen. Mehr als 40 Prozent der gemeldeten Stellen verlangen einen Lehrabschluss, und weil weniger junge Menschen nachkommen, werden Fachkräfte auch in Zukunft gesucht sein.

Für dich heißt der Arbeitsmarkt Österreich vor allem: Wie leicht du einen Job findest, hängt mehr von deiner Ausbildung, deinem Beruf und deinem Wohnort ab als von der Quote im Fernsehen. Wer seinen Job gerne macht und sich laufend weiterbildet, ist für seinen Arbeitgeber wertvoll und hat bessere Chancen, wenn es doch einmal eng wird. Für die Zeit dazwischen braucht es einen Notgroschen, denn das Arbeitslosengeld beträgt nur 55 Prozent des letzten Nettoeinkommens.
Der Rat zum Schluss: Schau dir die Zahlen für deinen Beruf und dein Bundesland an, investiere in deine Ausbildung, solange du einen Job hast, zum Beispiel mit der Weiterbildungszeit, und leg einen Notgroschen von drei bis sechs Nettogehältern an, damit dich eine Kündigung nicht unvorbereitet trifft.
Quellen: AMS: Arbeitsmarktdaten 2025, Arbeitsmarktdaten aktuell, Arbeitsmarkt und Bildung 2025, Winterarbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft, Arbeitslosenquoten im internationalen Vergleich und Fachbegriffe; data.gv.at: Arbeitslose, Arbeitslosenquote und offene Stellen ab 1946; Statistik Austria: Arbeitslose, Arbeitssuchende, Tabellenband Arbeitslose 2025 und Arbeitsmarkt 2. Quartal 2026; WIFO: Konjunkturprognose Oktober 2026; IHS: Herbstprognose 2026. Stand: Oktober 2026.

Weiterlesen: Im Schnitt dauerte eine Arbeitslosigkeit zuletzt 133 Tage, und wer vorbereitet ist, überbrückt diese Zeit leichter. Dazu gehört, die Regeln bei einer Kündigung zu kennen. Dort steht, welche Fristen gelten und welche Rechte und Pflichten du bis zum letzten Arbeitstag hast.
Hinweis: Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick. Die Zahlen des laufenden Jahres sind vorläufig und werden vom AMS monatlich aktualisiert, Prognosen können sich ändern.


