Stellantis steht vor einem der größten Umbrüche in seiner Geschichte und hat mit Milliardenabschreibungen zu kämpfen. Das führt zu einer gestrichenen Dividende und einem Aktienkurs, der das Vertrauen der Anleger schlicht und einfach erschüttert. Und genau das sehen wir uns jetzt etwas genauer an.
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Vom E-Pionier zur harten Realität
2025 war die Welt für Stellantis zunächst noch in Ordnung. Der Konzern startete das Jahr mit dem Anspruch, ein Vorreiter in der Elektromobilität zu werden und den Takt vorzugeben. Stellantis investierte Milliarden, plante neue Plattformen und signalisierte seinen Managern, dass der Verbrenner ein Auslaufmodell sei. Bis 2030 wollte man sich davon komplett verabschieden.
Dann wurde man jedoch von der Realität eingeholt. Vor allem in den USA entstand eine Lücke zwischen der tatsächlichen Nachfrage und den geplanten Absätzen. Kunden zögerten beim Kauf, und die Preise gerieten unter Druck. Zusätzlich strich der US-Präsident die Förderungen für E-Autos und führte neue Abgasregeln ein. Damit hatte Stellantis nicht gerechnet, und der Konzern wurde schnell in die Realität zurückgeholt.
Chefwechsel
Im Juni 2025 kam es zum Wechsel von Carlos Tavares zu Antonio Filosa, der CEO wurde ausgetauscht. Der 51-jährige Italiener krempelte die Auto-Strategie um. Die geplanten Investitionen in Batteriewerke werden nicht wie vorgesehen stattfinden, und viele Modelle sowie Projekte wurden gestoppt. Nach dem Motto „Besser zu spät als nie“ vollzog Stellantis eine deutliche Kehrtwende.
Insgesamt wurden nun 22,7 Milliarden Euro abgeschrieben. Der größte Brocken davon, mit 14,7 Milliarden Euro, entfiel auf den US-Markt und steht direkt im Zusammenhang mit der Umkehr bei Elektroautos.
Aktiencrash und Ende Dividende
Solche Summen bleiben bei Anlegern nicht unbemerkt. Der Aktienkurs von Stellantis fiel nach Veröffentlichung dieser Nachricht sofort um 18 Prozent.
Das Jahr 2026 hatte Stellantis noch einigermaßen gut mit einem Aktienkurs von etwa 19,70 Euro begonnen.
Nach der Veröffentlichung der Hiobsbotschaft pendelte sich der Kurs jedoch bei rund 6,16 Euro ein.
Das entspricht einem Minus von etwa 36 Prozent im laufenden Jahr – nicht schlecht für ein Jahr, das erst fünf Wochen alt ist.
Auch die Dividende hat gelitten. Sie wurde bildlich gesprochen zu Grabe getragen und steht nun bei null. Dabei war Stellantis ohnehin nie als besonders verlässlicher Dividendenzahler bekannt. Es gab schon immer Phasen, in denen keine Dividende ausgeschüttet wurde. In den letzten Jahren hat Stellantis zwar gezahlt, jedoch sehr unregelmäßig und für einen dividendenorientierten Anleger kaum planbar.

Warum mir Stellantis egal ist
Zu meiner persönlichen Anlagestrategie hat Stellantis nie wirklich gepasst – und das nicht erst seit der aktuellen Krise. Mein Fokus liegt auf Unternehmen mit verlässlicher und idealerweise steigender Dividende. Stellantis erfüllt dieses Kriterium nicht einmal ansatzweise. Die Dividende schwankt extrem nach oben und unten, was jede seriöse Planung unmöglich macht. Einkommensorientierte Anleger können diesen Wert daher getrost beiseitelegen.
Der Aktienkurs und das Europa-Problem
Auch der Aktienkurs vermittelt kein klares Bild, wohin die Reise eigentlich gehen soll. An der Spitze lag der Preis bei rund 27 Euro im März 2024. Seitdem geht es jedoch bergab – und das in einer Zeit, in der die allgemeinen Märkte immer weiter in irrationale Höhen steigen. Das zeigt bereits, dass hier fundamental etwas nicht stimmt. Man kann nur vermuten, wie dieser Wert reagieren wird, wenn der Gesamtmarkt ins Minus dreht oder sich ein ausgewachsener Bärenmarkt entwickelt. Wahrscheinlich würde die Aktie dann weiter nach unten gezogen.
Rein charttechnisch ließe sich zwar ein Einstieg argumentieren. Der Kurs befindet sich schließlich auf einem Niveau, das zuletzt während des Corona-Crashs 2020 erreicht wurde. Davor lag er zuletzt 2016 in diesem Bereich. Es sieht also auf den ersten Blick nach einem günstigen Einstieg aus. Doch man muss warnen: Auch ein Kurs von etwa 6 Euro kann sich nochmals halbieren und dann noch weiter fallen.
Hinzu kommt speziell die Lage der europäischen Autobranche. Während die USA und China klar auf dem Vormarsch sind, wirkt Europa zögerlich und unberechenbar. Hier wäre die Politik in Brüssel gefragt, klare Linien vorzugeben und diese auch beizubehalten, Bürokratie abzubauen und Regeln zu lockern.
Solange das nicht passiert, sehe ich für europäische Autohersteller insgesamt eher Gegenwind als Rückenwind.
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Externe Links:
Investor Relations Stellantis: https://www.stellantis.com/en/investors
Aktienfinder Dividendenprofil: https://aktienfinder.net/dividenden-profil/Stellantis-Dividende
Transparenzhinweis: Der Ersteller dieses Beitrags ist zum Zeitpunkt der Erstellung nicht in Stellantis investiert.


