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Drei Dividendenaristokraten
Wir starten diesen Beitrag nicht mit trockener Theorie, sondern mit drei Dividendenaktien 2026 für langfristige Anleger, die ich auch selbst in meinem Depot habe. Johnson und Johnson, McDonald’s und Genuine Parts stehen dort nicht nur kurzfristig, sondern als bewusst getroffene Langfristentscheidung. Es geht also nicht um ein Gedankenspiel, sondern um reale Positionen mit echtem Kapital und echtem Zeithorizont.
Alle drei Unternehmen erhöhen seit Jahrzehnten ihre Dividende und tun das in einem Rhythmus, auf den man sich inzwischen verlassen kann. Eine Garantie gibt es an der Börse nie, aber wer hier investiert, macht in der Regel schon sehr viel richtig und verfolgt das Ziel eines planbaren passiven Einkommens. Die Ausschüttungen kommen regelmäßig und wachsen langsam weiter, und genau dieser Effekt ist für den langfristigen Vermögensaufbau entscheidend.
Alle drei Werte haben noch etwas gemeinsam, das auf den ersten Blick unspektakulär wirkt. Sie sind nicht besonders aufregend und im Vergleich zu manchen Trendaktien sogar eher langweilig. Doch genau diese Langeweile ist für einen seriösen und nachhaltigen Vermögensaufbau ein Vorteil und kein Nachteil.
Schauen wir uns nun nacheinander drei Unternehmen an, die über viele Jahre hinweg Krisen, Strukturwandel und Marktphasen überstanden haben. Und genau diese Vergangenheit ist der Grund, warum sie auch in Zukunft eine Rolle in einem langfristig ausgerichteten Depot spielen können.
Johnson und Johnson im Porträt
Johnson & Johnson ist ein Gesundheitskonzern aus den USA mit rund 140.800 Mitarbeitern und einer Marktkapitalisierung von etwa 590 Milliarden US-Dollar. Die operativen Schwerpunkte liegen heute in den Bereichen Pharmaceuticals und Medizintechnik, nachdem das Konsumgütergeschäft im Jahr 2023 an die Gesellschaft Kenvue ausgegliedert wurde. Die Medikamente des Unternehmens werden weltweit in der Onkologie, bei Immunerkrankungen und in der Infektionsmedizin eingesetzt, und die Medizintechnik prägt den klinischen Alltag in den Operationssälen.
Die Dividende wird viermal jährlich ausbezahlt und seit mittlerweile 64 Jahren ohne Unterbrechung erhöht. Mit einer Ausschüttungsquote von rund 48 % auf den Gewinn und etwa 64 % auf den freien Cashflow bleibt dem Unternehmen weiterhin genug Spielraum für Forschung, Expansion und Aktienrückkäufe. Die durchschnittliche Dividendensteigerung von rund 5,1 % auf Fünfjahressicht beziehungsweise 5,5 % auf Zehnjahressicht ist solide und über Jahrzehnte hinweg durchaus wirkungsvoll.
Der Gewinn entwickelt sich Jahr für Jahr äußerst stabil nach oben und das Gewinnwachstum liegt über zehn Jahre bei etwa 5,3 % pro Jahr. Das aktuelle KGV von rund 22,6 liegt über dem Zehnjahresdurchschnitt von etwa 17,2 und zeigt, dass die Aktie aus dieser Sicht nicht günstig bewertet ist. Wer beim derzeitigen Kurs von ungefähr 240 US-Dollar einsteigt, macht kein Schnäppchen, kauft aber weiterhin ein Unternehmen mit sehr hoher Qualität. Möglicherweise ist es trotzdem klüger, auf einen Rückgang des Kurses zu warten und geduldig zu bleiben.
McDonalds globales Franchisesystem
Als Nächstes schauen wir auf McDonald’s, einen US-Konzern mit rund 150.000 Mitarbeitern und einer Börsenbewertung von etwa 234 Milliarden US-Dollar. Das Geschäft ist allgemein bekannt und basiert auf Franchiseverträgen, eng getakteten Lieferketten und klar definierten Standards, damit der Kunde in jedem Restaurant dieselbe Qualität bekommt. Ein wesentlicher Teil des Modells ist der Immobilienanteil, weil McDonald’s viele Standorte kontrolliert und über Mieten und Gebühren direkt am Erfolg der Franchisenehmer mitverdient.
Die Dividende wird auch hier viermal pro Jahr ausbezahlt und seit mittlerweile 50 Jahren kontinuierlich erhöht. In den letzten zehn Jahren lag das durchschnittliche Dividendenwachstum bei rund 7,8 % und auf Fünfjahressicht bei etwa 7,9 %, also durchaus dynamische Werte. Die Ausschüttungsquote beträgt rund 59 % vom Gewinn und etwa 71 % vom freien Cashflow, für manche etwas höher, aber sicher noch mit Spielraum für weitere Erhöhungen.
Die Gewinnentwicklung kann man nur als sehr stabil bezeichnen und das Gewinnwachstum der letzten zehn Jahre liegt bei rund 8,6 % pro Jahr. Mit einem KGV von etwa 27,2 ist McDonald’s ebenfalls kein günstiger Wert. Auch hier haben wir beim Aktienkurs zuletzt neue Höchststände gesehen, und vielleicht möchte der eine oder andere noch etwas abwarten, bevor eine neue Position ins Depot gelegt wird.
Genuine Parts im Ersatzteilmarkt
Genuine Parts ist ebenfalls ein US-Konzern und beschäftigt rund 63.000 Mitarbeiter bei einer Börsenbewertung von etwa 20 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen verkauft Ersatzteile im Segment Automotive und beliefert damit Werkstätten, Händler und Flottenbetreiber mit Komponenten für Pkw und Nutzfahrzeuge. Im Bereich Industrial Parts wird die Industrie mit Teilen für Anlagen und Wartung versorgt, also mit Produkten, die unabhängig von Modetrends immer benötigt werden.
Die Dividende wird auch hier viermal pro Jahr ausbezahlt und die Serie der Erhöhungen läuft seit unglaublichen 70 Jahren. Das kann man ruhig noch einmal betonen, seit 70 Jahren wird die Ausschüttung gesteigert und genau das ist die eigentliche Besonderheit dieses Unternehmens. Die Dividendensteigerung der letzten zehn Jahre liegt bei rund 5,1 % und auf Fünfjahressicht bei etwa 6 %.
Das Gewinnwachstum auf Basis der letzten zehn Jahre liegt bei rund 5,6 % pro Jahr und zeigt eine sehr konstante Entwicklung. Die Ausschüttungsquote beträgt etwa 55 % auf den Gewinn und rund 45 % auf den freien Cashflow und wirkt damit solide. Das KGV liegt mit ungefähr 19,3 leicht über dem historischen Durchschnitt von 18,3 und signalisiert eine Bewertung, die weder besonders günstig noch überzogen hoch ist.
Langfristige Einordnung für Anleger
Wie bereits erwähnt habe ich alle drei Unternehmen in meinem Depot, nicht weil ich auf schnelle Kurssteigerungen hoffe, sondern weil ich auf langfristige Einkommensströme aus Dividenden setze. Die Entscheidung für diese Investments hatte nichts mit einer besonderen Liebe zu einer Branche oder mit der privaten Nutzung der Produkte zu tun. Ausschlaggebend war allein die Fähigkeit, über Jahrzehnte hinweg nicht nur stabil auszuschütten, sondern die Dividende auch verlässlich zu steigern.
Genau das macht einen Dividendenaristokraten aus und genau solche Werte möchte ich als Dividendenaktien 2026 im Depot haben. Egal ob Johnson & Johnson, McDonald’s oder Genuine Parts, jedes dieser Unternehmen hat bewiesen, dass es sein Geschäftsmodell über sehr lange Zeiträume tragen kann. Und das trotz Krisen, Börsencrashs und immer wiederkehrender Marktunruhen.
Die aktuellen Einstiegsrenditen liegen zwischen rund 2,1 und 2,8 % und sind damit als durchschnittlich zu bewerten. Zwei der drei Aktien sind zuletzt deutlich gestiegen, weshalb es sinnvoll sein kann, auf einen Kursrücksetzer zu warten. Wer hier investiert, darf keine Kursrakete erwarten, bekommt dafür aber regelmäßige Auszahlungen.
In der aktuellen Marktlage würde ich keine komplette Position auf einmal kaufen, sondern zunächst mit einer Teilposition beginnen. Bei entsprechender Kursschwäche in den nächsten Wochen oder Monaten kann dann gezielt nachgekauft werden. Diese Strategie erfordert Geduld und Disziplin und wird am Ende mit stetig wachsenden Ausschüttungen belohnt.
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Externe Links:
Investor Relations: JNJ, MCD, GPC
Transparenzhinweis: Der Ersteller dieses Beitrags ist zum Zeitpunkt der Erstellung in alle drei besprochenen Unternehmen investiert.


