Beitragsbild Nike am Ende

Nike nach dem Absturz 2025 mit Optionen handeln

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Insiderkäufe und eine Aktie am Boden

Der CEO von Apple, Tim Cook, hat 50.000 Nike-Aktien gekauft und damit seine Position verdoppelt. Zu einem Zeitpunkt, als die Aktie einen Tiefpunkt erreicht zu haben scheint, haben diese Aktien den Besitzer gewechselt. Erst vor wenigen Tagen, am 18. Dezember, hat das Unternehmen wieder mit neuen Zahlen enttäuscht, und der Kurs ist daraufhin abgerauscht. Der Nettogewinn ist um 32 % eingebrochen, und die Umsätze in China sind um 17 % gesunken. Ein Problem gibt es mit hohen Zöllen, und die Konsumschwäche in Asien ist auch nicht gerade von Vorteil.

Die Aktie liegt am Boden, mit blutiger Nase, und kann sich nicht mehr bewegen, und genau da kommt Tim Cook und hilft ihr wieder hoch. Der Kurs ist leicht gestiegen: Vom Tief bei rund 57 US-Dollar am 23.12.2025 hat er am Freitag, dem 26.12., bei knapp 61 US-Dollar geschlossen. Auch das Management Board von Nike ist zuversichtlich, denn das Mitglied Robert Swan hat in den letzten Tagen Aktien im Wert von etwa einer halben Million US-Dollar gekauft. Die mittelfristige Zukunft schaut damit optimistisch aus, und Analysten geben ein durchschnittliches Kursziel von etwa 80 US-Dollar bekannt. Das entspricht damit einem Aufwärtspotenzial von etwa 30 %.

Selbst habe ich zu Nike einen Put verkauft, mit Laufzeit bis 20. Februar und einem Strike von 60 USD. Wann ich aussteige, weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich mache ich die Option schon etwas früher manuell zu, sollte es knapp werden. Mal sehen, vielleicht lasse ich mir die Aktien sogar einbuchen.

Der Einstieg in den Optionshandel am 3. Dezember

Am 3. Dezember 2025 habe ich angefangen, Nike als Option zu handeln, und habe einen 61er Put mit Laufzeit bis 26. Dezember verkauft. Damit habe ich auf steigende Kurse gesetzt, in der Hoffnung, dass der Put wertlos verfällt. An diesem Tag lag der Kurs bei etwa 66 US-Dollar, und ich habe den Strike mit rund 8 % Entfernung gewählt, sodass er mir weit genug weg erschien. Zudem lag er auf Höhe der Unterstützung vom 7. November, sodass ich mir dachte: Wenn der Kurs doch noch einmal gegen mich dreht, dann prallt er dort ab oder kommt zumindest zum Stillstand mit einer leichten Gegenbewegung nach oben.

Allerdings kamen dann die Earnings vom 18. Dezember, und hier hat das Ganze nicht mehr nach Plan geklappt. Der Kurs von Nike hat mit einem riesigen Gap nach unten am nächsten Tag eröffnet, und zwar von etwa 65,50 US-Dollar auf rund 59 US-Dollar. Mit einem Mal war der Put unter Wasser. Damit gebe ich zu, hatte ich nicht gerechnet, vor allem auch, weil der Kurs von seinem letzten Höchststand bei rund 80 US-Dollar im August 2025 schon ziemlich weit gefallen war. Ich ging wirklich davon aus, dass er nun ein Level gefunden hat, auf dem er bleibt. Aber ja, so kann man sich täuschen – egal wie weit es runter ist, es kann immer noch tiefer gehen.

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Warum ich nach starken Kurskorrekturen Optionen bevorzuge

Wenn eine Aktie schon stark gefallen ist, stelle ich mir nie die Frage, was da eigentlich schiefgelaufen ist. Viel wichtiger ist die Frage, wie viel davon bereits im Kurs eingepreist ist. Eine Option ist hier für mich das Mittel der Wahl. Natürlich kann man auch einfach die Aktie selbst kaufen, wenn man glaubt, sie ist schon billig genug, und bei Nike – wie ich finde eine Qualitätsaktie und ein guter Dividendenzahler – ist dagegen grundsätzlich auch nichts einzuwenden.

Wenn ich die Aktie langfristig halten möchte, mache ich damit keinen Fehler und kann selbst dann, wenn sie noch weiter nach unten korrigiert, in der Zwischenzeit Dividenden mitnehmen, bis sie sich irgendwann wieder erholt, selbst wenn es einige Jahre dauert. Die Option gibt mir jedoch Mittel in die Hand, die ich mit der Aktie nicht habe. Ich kann die Optionsprämie vereinnahmen und prozentuell zu meinem Einsatz einen höheren Gewinn erzielen, als es mir Dividenden oder mögliche Kursgewinne in kurzer Zeit erlauben würden. Wohlgemerkt sprechen wir hier von kurz- bis maximal mittelfristigen Investments, niemals von langfristigem Geldanlegen.

Abgesehen von den Gewinnchancen bin ich mit Optionen auch flexibler als mit der NIke Aktie selbst. Ich kann sie verschieben, also rollen. Ich habe damit ein Instrument, mit dem ich die Ausübung zeitlich in die Zukunft verlegen kann oder den Ausübungspreis weiter nach unten – oder vielleicht sogar beides. Da bei gefallenen Aktien nie klar ist, wann sie tatsächlich genug gefallen sind, bevor sie konsolidieren, fühle ich mich mit Optionen einfach gut aufgehoben.

Das Rollen der Position am 23. Dezember

Am Tag vor Weihnachten, am 23. Dezember, habe ich die ursprüngliche Put-Position aktiv gerollt. Konkret bedeutet das: Ich habe den bestehenden 61er Put mit Laufzeit bis 26. Dezember geschlossen und gleichzeitig eine neue 60er-Put-Position mit Laufzeit bis 20. Februar eröffnet. Damit habe ich genau das gemacht, was ich zuvor beschrieben habe. Ich habe die Position sowohl zeitlich in die Zukunft gerollt als auch den Strike um einen Dollar nach unten verschoben. Genau dieser Effekt beim Rollen ist es, der Optionen so großartig macht. Sie sind ein strategischer Hebel, den mir eine Aktie so nicht bieten kann.

Durch das Schließen der ursprünglichen Nike-Option habe ich einen Verlust von 266 US-Dollar realisiert. Das ist wichtig zu erwähnen. Gleichzeitig muss aber auch gesagt werden, dass dieser Verlust nicht einfach nur ein Verlust ist. Ich habe mir damit etwas gekauft, nämlich eine um einen Dollar günstigere Option, die an sich bereits 100 US-Dollar wert ist, und vor allem habe ich mir Zeit gekauft – rund zwei Monate. Das bedeutet, die neue Option hat zeitlich und im Wert mehr Luft, um sich zu entwickeln. Erst unter dem Strike von 60 US-Dollar werden die Aktien eingebucht, und das zu einem besseren Preis als bei der ersten Option.

Trotz des höheren Optionswertes der neuen Option von 389 US-Dollar bleibt das eigentliche Gewinnpotenzial bei 127 US-Dollar aus der ersten verkauften Option. Dafür gibt es eine längere Laufzeit und, wie bereits erwähnt, einen besseren Strike-Preis.

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Ausblick auf das neue Börsenjahr

Wenn wir auf den Anfang dieses Beitrags zurückschauen, sehen wir, dass auch andere optimistisch für Nike eingestellt sind. Ich bin mit der Hoffnung auf eine Erholung also nicht allein. Vergessen wir nicht, dass die Marke schon lange am Markt ist und durchaus in der Lage sein kann, Schwierigkeiten hinter sich zu lassen. Wie immer ist es nur eine Frage, wie lange das Ganze dauert, was natürlich nicht nur vom Unternehmen selbst, sondern auch vom Marktumfeld abhängt.

Damit sind wir beim neuen Börsenjahr, und ich freue mich bereits jetzt auf die ersten Tage. Die ersten Richtungsentscheidungen und die ersten Meinungen sind immer spannend anzusehen und anzuhören. Mal sehen, wie das nächste Jahr verlaufen wird. Aber egal, wie es letztendlich läuft und ob es ein gutes oder ein schlechtes Börsenjahr wird: Für den einzelnen Händler kommt es immer darauf an, wie das Depot eingestellt ist und wie gut man auf starke Kursbewegungen vorbereitet ist.

Zur Investor Relations Seite: https://investors.nike.com/Home/default.aspx

Video

Transparenzhinweis: Der Ersteller dieses Beitrags ist zum Zeitpunkt der Erstellung in Nike über Optionen und Aktien investiert.

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