Wir schauen in diesem Depotrückblick auf ein bewegtes viertes Quartal 2025. Nach dem zähen und schmerzhaften Q3 fühlte sich Q4 fast wie ein Befreiungsschlag an. Es wurde wenig gehandelt und es war deutlich entspannter. Der Nettovermögenswert ist von EUR 11.172,54 zu Quartalsbeginn auf EUR 14.842,97 zum Jahresende gestiegen. Der Anstieg ist auf frisches Kapital zurückzuführen, dennoch konnte das Depot auch operativ stabilisiert werden.
Die zeitgewichtete Rendite lag im Q4 bei -0,01 % und damit praktisch bei einer Punktlandung. Man könnte auch Schockstarre dazu sagen. Nach den Turbulenzen der Vormonate ist das ein Ergebnis, das man nicht feiern kann. Immerhin konnten die Verluste gestoppt werden. Auffällig ist die deutlich höhere Cashquote, die mir wieder Luft zum Atmen verschafft und die Margin-Situation spürbar entspannt hat.
Während sich der Aktienanteil leicht positiv entwickelt hat, ist der Optionsbereich weiterhin der dominierende Risikofaktor im Depot. Q4 war damit kein Quartal der großen Gewinne, sondern eines der Schadensbegrenzung, Neuordnung und Vorbereitung 2026. Genau darum geht es im folgenden Rückblick.
Inhalt

Aktien
Die Aktien waren die Gewinner im vierten Quartal und damit der Schwimmreifen, der das Depot vor dem Absaufen gerettet hat. 11 von 14 Einzelwerten haben sich positiv entwickelt. Die Mark-to-Market-Performance aller Aktien im Q4 liegt bei +EUR 303,64, womit der Aktienkorb einen deutlichen, positiven Beitrag geliefert hat. Besonders positiv hervorgetan haben sich UPS (+EUR 87,56), BKH (+EUR 65,65) und JNJ (+EUR 58,45). Auch EIX und XOM lieferten kurstechnisch ab. Auf der Verliererseite standen erneut HRL (-EUR 15,17) und GPC (-EUR 45,53) – beides Titel, bei denen Geduld gefragt ist, die aber weiterhin klar im langfristigen Dividendensetup bleiben. Nur geringfügig ins Minus gedreht hat sich CVX (-EUR 3,92) – kauf der Rede wert.
Der Depotrückblick zeigt, dass auf der Transaktionsseite fast keine Bewegung war. Es gab nur kleinere Zukäufe: Bei HRL wurden am 03.10.2025 zwei Stück nachgekauft, bei GPC kam am 03.12.2025 ein weiteres Stück dazu. Das passt zur Grundstrategie: Qualitätsaktien werden nicht getradet, sondern bei Schwäche schrittweise nachgekauft. In Summe steht der Aktienbestand per Ende Q4 mit einem unrealisierten Plus von rund EUR 236,18 da.
Optionen
Der Optionsbereich ist auch im Q4 der größte Risikofaktor und zugleich der komplexeste Teil des Depots geblieben. Während sich die Aktien ruhig verhalten haben, haben sich die entscheidenden Bewegungen erneut bei den Index- und Aktienoptionen abgespielt. Insgesamt war Q4 hier weniger von aktivem Trading geprägt, sondern vielmehr von Reparaturarbeit und Positionsmanagement.
Auf der realisierten Seite konnten zwar 5 PUT-Verkäufe (MSFT, NKE, SPY, 2x TGT) positiv geschlossen werden, diese Gewinne wurden aber mehr als kompensiert durch den großen Bremsklotz im Depot: den Short Call auf den S&P 500 (SPY 18JUN26 650 C). Dieser allein steht per Quartalsende mit einem realisierten Verlust von rund EUR 2.846 zu Buche und ist damit der mit Abstand größte Einzelfaktor im gesamten Optionsbuch. Dieser Verlust ist zwar realisiert, die Option wurde aber nur gerollt und es wird weiter daran festgehalten. Die neue Laufzeit ist nun der 18. September 2026 und der Strike hat sich von 650 auf 660 verschoben.
Die zweite realisierte Minusposition ist JNJ 17JUL26 180P. Sie hat ein Minus von EUR 612,16 zu verantworten. Hier wird weiterhin auf fallende Kurs gesetzt, aber die Strategie hat sich leicht geändert: Vorher: ein gekaufter Put. Jetzt ein verkaufter Call. JNJ 17JUL26 200C. Die Korrektur im Kurs der Underlyings wird kommen.
Unterm Strich ergibt sich für die Optionen ein klar negatives Bild, sowohl realisiert als auch auf Mark-to-Market-Basis. Q4 war kein Quartal der Erträge, sondern eines der Erkenntnis: Short-Positionen gegen einen Long-laufenden Markt sind teuer und psychologisch fordernd – selbst dann, wenn die fundamentale Einschätzung langfristig richtig sein mag.
Dividenden
Wenn es im Depot so etwas wie Planbarkeit und Verlässlichkeit gibt, dann sind es die Dividenden. Der Depotrückblick für das vierte Quartal zeigt, dass sie genau das geliefert haben, was man von ihnen erwartet – keinen Nervenkitzel, sondern konstanten Cashflow. Insgesamt sind im Q4 USD 69,75 an Bruttodividenden ins Depot geflossen, was in EUR 59,88 entspricht. Etwas weniger als im letzten Quartal (Q3: USD 74,71). Der Grund: PEP fehlt (Ex-Tag 5.12., Zahltag 6.1.).
Die Ausschüttungen verteilten sich auf 13 verschiedene Zahltage, mit einem klaren Schwerpunkt im Dezember. Besonders erfreulich ist dabei die breite Streuung: Von defensiven Konsumtiteln über Energie bis hin zu Industrie- und Finanzwerten war alles vertreten. Der größte absolute Zahler war UPS (USD 9,84) und der Kleinste GPC mit USD 3,09.

Fazit
Q4 war kein Quartal der großen Siege, sondern eines des über-Wasser-haltens. Nach dem schwierigen dritten Quartal ging es vor allem darum, weitere Verluste zu verhindern und das Depot nicht untergehen zu lassen. Das hat geklappt. Die Aktien lieferten einen stabilen positiven Beitrag, die Dividenden sorgten für laufenden Cashflow und Ruhe, und die Liquiditätsposition wurde deutlich gestärkt.
Der zentrale Eingriff war zum Jahresende auf der Indexseite. Die bestehende SPY-Position wurde aktiv gemanagt und in eine neue Laufzeit überführt. Damit wurde Zeit gewonnen und der Gewinn setzt nun 10 Punkte früher ein. Der Druck ist damit etwas rausgelassen. Solche Entscheidungen und Tradeverläufe sind selten angenehm, gehören aber dazu – insbesondere dann, wenn Märkte länger irrational bleiben, als erwartet. Aber genau dafür gibt es Optionen. Sie bieten Anpassungsmöglichkeiten, die Aktien nicht bieten.


