# Sozialpartnerschaft in Österreich: wer Löhne und Regeln aushandelt

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- Published: 2026-10-17T23:04:22+02:00
- Author: finanzgeier

Zuletzt aktualisiert: 17.10.2026

Rund 450 Kollektivverträge werden in Österreich jedes Jahr neu verhandelt, und nach
Angaben der Sozialpartner gilt für rund 98 Prozent der Arbeitnehmer ein Kollektivvertrag.
Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es nicht, die Mindestlöhne stehen in diesen 
Verträgen. Wer sie aushandelt, sind die Sozialpartner: Wirtschaftskammer und Landwirtschaftskammer
auf der einen Seite, Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund auf der anderen. Auf dieser
Seite erfährst du, wer die Sozialpartner in Österreich sind, wie die Sozialpartnerschaft
entstanden ist, wie eine Lohnrunde abläuft, was dich AK-Umlage und Gewerkschaftsbeitrag
kosten und was du dafür bekommst.

## Inhalt

 * [Sozialpartner Österreich: wer am Verhandlungstisch sitzt](https://www.finanzgeier.at/wirtschaft/sozialpartnerschaft/#sozialpartner-österreich-wer-am-verhandlungstisch-sitzt)
 * [Sozialpartnerschaft: von der Paritätischen Kommission bis heute](https://www.finanzgeier.at/wirtschaft/sozialpartnerschaft/#sozialpartnerschaft-von-der-paritätischen-kommission-bis-heute)
 * [Kollektivvertragsverhandlungen: wie dein Mindestlohn entsteht](https://www.finanzgeier.at/wirtschaft/sozialpartnerschaft/#kollektivvertragsverhandlungen-wie-dein-mindestlohn-entsteht)
 * [Lohnrunde im Herbst: Metaller-Abschluss und rollierende Inflation](https://www.finanzgeier.at/wirtschaft/sozialpartnerschaft/#lohnrunde-im-herbst-metallerabschluss-und-rollierende-inflation)
 * [Was die Sozialpartner kosten: AK-Umlage, Gewerkschaftsbeitrag und Kammerumlage](https://www.finanzgeier.at/wirtschaft/sozialpartnerschaft/#was-die-sozialpartner-kosten-akumlage-gewerkschaftsbeitrag-und-kammerumlage)
 * [Arbeiterkammer, ÖGB und Wirtschaftskammer: was du dafür bekommst](https://www.finanzgeier.at/wirtschaft/sozialpartnerschaft/#arbeiterkammer-ögb-und-wirtschaftskammer-was-du-dafür-bekommst)
 * [Gewerkschaft und Wirtschaftskammer: wenig Streiks, viel Kritik](https://www.finanzgeier.at/wirtschaft/sozialpartnerschaft/#gewerkschaft-und-wirtschaftskammer-wenig-streiks-viel-kritik)

## Sozialpartner Österreich: wer am Verhandlungstisch sitzt

Die Sozialpartnerschaft ist die Zusammenarbeit von vier großen Verbänden: Wirtschaftskammer
und Landwirtschaftskammer vertreten die Arbeitgeber, Arbeiterkammer und Österreichischer
Gewerkschaftsbund, kurz ÖGB, die Arbeitnehmer.

![Die vier Sozialpartner, zwei Seiten: auf der Arbeitgeberseite die Wirtschaftskammer
mit 605.826 aktiven Mitgliedern, Pflicht für Unternehmen, und die Landwirtschaftskammer,
Pflicht für Bauern; auf der Arbeitnehmerseite die Arbeiterkammer mit rund 4 Millionen
Mitgliedern, Pflicht für Arbeitnehmer, und der Gewerkschaftsbund ÖGB mit 1.194.029
Mitgliedern, freiwillig. Seit 2008 in der Verfassung anerkannt.](https://www.finanzgeier.
at/wp-content/uploads/2026/10/sozialpartnerschaft-grafik1_sozialpartner.png "Sozialpartnerschaft
in Österreich: wer Löhne und Regeln aushandelt 1")

Die Kammern sind gesetzliche Interessenvertretungen mit Pflichtmitgliedschaft. Jeder
Arbeitnehmer ist automatisch Mitglied der Arbeiterkammer, rund vier Millionen Menschen,
und jedes Unternehmen mit Gewerbeberechtigung ist Mitglied der Wirtschaftskammer,
Ende 2025 waren es 605.826 aktive Mitglieder. Bauern gehören der Landwirtschaftskammer
ihres Bundeslandes an. Der ÖGB ist dagegen ein Verein mit freiwilliger Mitgliedschaft,
Ende 2025 hatte er 1.194.029 Mitglieder in sieben Gewerkschaften, die größte ist
die Gewerkschaft GPA für Angestellte. Die Zusammenarbeit selbst ist weitgehend informell
und beruht auf Freiwilligkeit, seit 2008 erkennt die Republik die Rolle der Sozialpartner
aber ausdrücklich in der Verfassung an.

Neben den Kollektivverträgen haben die Sozialpartner viele weitere Aufgaben: Sie
begutachten Gesetzesentwürfe, schlagen Laienrichter für die Arbeits- und Sozialgerichte
vor, sitzen in den Gremien der Sozialversicherung und gestalten die Lehrlingsausbildung
mit, von den Lehrberufen bis zur Lehrabschlussprüfung.

## Sozialpartnerschaft: von der Paritätischen Kommission bis heute

In ihrer heutigen Form gibt es die Sozialpartnerschaft seit 1946, heuer feiern die
Sozialpartner ihr 80-jähriges Bestehen.

![Wichtige Stationen der Sozialpartnerschaft: 1946 heutige Form entsteht, 1947 bis
1951 fünf Lohn-Preis-Abkommen, 1957 Paritätische Kommission, 1963 Beirat für Wirtschafts-
und Sozialfragen, 1974 Arbeitsverfassungsgesetz, 2003 Abfertigung neu, 2008 Anerkennung
in der Verfassung, 2020 Modell der Corona-Kurzarbeit.](https://www.finanzgeier.at/
wp-content/uploads/2026/10/sozialpartnerschaft-grafik2_geschichte.png "Sozialpartnerschaft
in Österreich: wer Löhne und Regeln aushandelt 2")

Nach dem Krieg galt es, die hohe Inflation zu bremsen: Zwischen 1947 und 1951 schlossen
die Verbände fünf Lohn-Preis-Abkommen, in denen Löhne und Preise gemeinsam festgelegt
wurden. 1957 entstand die Paritätische Kommission für Lohn- und Preisfragen, in 
der Regierung und Verbände gleich stark vertreten waren. Unternehmen mussten ihr
geplante Preiserhöhungen vorlegen, die Gewerkschaften ihre Lohnforderungen, und 
erst danach durfte verhandelt werden. 1963 kam der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen
dazu, in dem Fachleute beider Seiten bis heute Empfehlungen für die Regierung erarbeiten.

Viele Regeln, die heute selbstverständlich sind, gehen auf Vorschläge der Sozialpartner
zurück, etwa das Arbeitsverfassungsgesetz von 1974 oder die [Abfertigung neu](https://www.finanzgeier.at/arbeit/abfertigung/)
von 2003. Wie das in einer Krise aussieht, zeigte der März 2020: An zwei Tagen verhandelten
die Sozialpartner das Modell der Corona-Kurzarbeit, die Regierung übernahm das Ergebnis.
2020 nutzten 113.771 Unternehmen mit 1,25 Millionen Beschäftigten die Kurzarbeit,
ausgezahlt wurden in diesem Jahr 6,39 Milliarden Euro.

## Kollektivvertragsverhandlungen: wie dein Mindestlohn entsteht

Den Kollektivvertrag verhandeln in aller Regel der zuständige Fachverband der Wirtschaftskammer
und die Gewerkschaft der Branche.

![Wie ein Kollektivvertrag entsteht: Der Fachverband der Wirtschaftskammer und die
Gewerkschaft der Branche verhandeln jedes Jahr, das Ergebnis ist der Kollektivvertrag
mit Mindestlohn, Erhöhung und Sonderzahlungen. Rund 800 Kollektivverträge, rund 
450 pro Jahr verhandelt, rund 98 Prozent der Arbeitnehmer erfasst nach Angaben der
Sozialpartner, kein gesetzlicher Mindestlohn.](https://www.finanzgeier.at/wp-content/
uploads/2026/10/sozialpartnerschaft-grafik3_kollektivvertrag.png "Sozialpartnerschaft
in Österreich: wer Löhne und Regeln aushandelt 3")

Rund 800 Kollektivverträge gibt es in Österreich, rund 450 davon werden jedes Jahr
neu verhandelt. Sie regeln Mindestlöhne und Mindestgehälter, die jährliche Erhöhung,
Sonderzahlungen wie das [Urlaubs- und Weihnachtsgeld](https://www.finanzgeier.at/arbeit/urlaubsgeld-weihnachtsgeld/),
Zulagen und oft eine kürzere Arbeitszeit als das Gesetz. Was genau in deinem [Kollektivvertrag](https://www.finanzgeier.at/arbeit/kollektivvertrag/)
steht und wie du ihn findest, hängt an deiner Branche. Wichtig ist: Der Kollektivvertrag
gilt auch für alle, die nicht Mitglied der Gewerkschaft sind, sobald der Arbeitgeber
Mitglied der Wirtschaftskammer ist. Weil fast jedes Unternehmen Pflichtmitglied 
ist, erreichen die Kollektivverträge fast alle Arbeitnehmer, und deshalb braucht
Österreich keinen gesetzlichen Mindestlohn. Wo es für eine Branche keinen Kollektivvertrag
gibt, kann eine Behörde, das Bundeseinigungsamt, einen Mindestlohntarif festlegen.

Dazu eine klare Meinung: Dass die Sozialpartner jedes Jahr verhandeln, ist eine 
wichtige Errungenschaft für die Arbeitnehmer. Das Gesetz sieht keine Anpassung an
die Inflation vor, ohne Kollektivvertrag wäre jeder Einzelne bei der Gehaltserhöhung
auf sich allein gestellt.

## Lohnrunde im Herbst: Metaller-Abschluss und rollierende Inflation

Die meisten großen Kollektivverträge werden in der Herbstlohnrunde verhandelt, und
traditionell beginnt die Metallindustrie mit rund 200.000 Beschäftigten.

![Kollektivvertragliche Mindestlöhne und Inflation des Vorjahres in Prozent: 2023
Mindestlöhne plus 7,6 Prozent bei 8,6 Prozent Inflation, 2024 plus 8,5 Prozent bei
7,8 Prozent, 2025 plus 3,9 Prozent bei 2,9 Prozent. Die Lohnrunde gleicht die Teuerung
der letzten 12 Monate aus.](https://www.finanzgeier.at/wp-content/uploads/2026/10/
sozialpartnerschaft-grafik4_lohnrunde.png "Sozialpartnerschaft in Österreich: wer
Löhne und Regeln aushandelt 4")

Der Metaller-Abschluss gilt als Richtschnur für viele weitere Branchen. 2025 einigten
sich die Metaller in nur einer Runde auf einen Abschluss für zwei Jahre: ab November
2025 plus 1,41 Prozent auf die tatsächlich bezahlten Löhne und zwei Prämien von 
zusammen 1.000 Euro, ab November 2026 plus 1,9 Prozent. Deshalb wird bei den Metallern
heuer nicht neu verhandelt, im Herbst 2026 laufen unter anderem die Verhandlungen
für die Eisenbahn, die IT-Branche und den Handel.

Grundlage jeder Verhandlung ist die rollierende Inflation: der Durchschnitt der 
letzten zwölf monatlichen Inflationsraten. Die Lohnrunde gleicht also die Teuerung
der Vergangenheit aus, mit gesicherten Zahlen statt Prognosen, und dazu wird über
einen Anteil am Produktivitätszuwachs verhandelt. Wie das wirkt, zeigt der Tariflohnindex
von Statistik Austria: Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne stiegen 2023 um 7,6
Prozent, 2024 um 8,5 Prozent und 2025 um 3,9 Prozent. Die Inflation des jeweiligen
Vorjahres lag bei 8,6, 7,8 und 2,9 Prozent. Weil die Erhöhung immer erst ein Jahr
später kommt, hinken die Löhne bei rasch steigender [Inflation](https://www.finanzgeier.at/wirtschaft/inflation/)
zuerst hinterher und holen danach auf.

## Was die Sozialpartner kosten: AK-Umlage, Gewerkschaftsbeitrag und Kammerumlage

Die Arbeiterkammer finanziert sich über die AK-Umlage: 0,5 Prozent vom Bruttogehalt,
die der Arbeitgeber direkt abzieht, höchstens 34,65 Euro im Monat.

![AK-Umlage und Gewerkschaftsbeitrag pro Monat in Euro brutto: bei 3.000 Euro brutto
AK-Umlage 0,5 Prozent gleich 15 Euro und Gewerkschaftsbeitrag bis 1 Prozent gleich
30 Euro; Höchstbetrag 2026 AK-Umlage 34,65 Euro, Gewerkschaft GPA 42,30 Euro. Die
AK-Umlage kostet netto laut Arbeiterkammer rund 11 Euro beim mittleren Einkommen,
höchstens 21 Euro.](https://www.finanzgeier.at/wp-content/uploads/2026/10/sozialpartnerschaft-
grafik5_kosten.png "Sozialpartnerschaft in Österreich: wer Löhne und Regeln aushandelt
5")

Bei einem Bruttogehalt von 3.000 Euro sind das als Beispielwert 15 Euro im Monat,
auf dem [Lohnzettel](https://www.finanzgeier.at/arbeit/lohnzettel/) stecken sie 
in den Sozialversicherungsbeiträgen. Weil die Umlage die Lohnsteuer senkt, bleiben
netto deutlich weniger übrig, laut Arbeiterkammer beim mittleren Einkommen rund 
11 Euro im Monat und höchstens 21 Euro. Lehrlinge, Arbeitslose und geringfügig Beschäftigte
zahlen nichts, rund 803.000 Mitglieder sind beitragsfrei und haben trotzdem vollen
Anspruch auf alle Leistungen.

Der Gewerkschaftsbeitrag ist freiwillig und beträgt höchstens 1 Prozent vom Bruttogehalt,
bei der Gewerkschaft GPA 2026 höchstens 42,30 Euro im Monat; bei 3.000 Euro brutto
sind das höchstens 30 Euro. Er ist als Werbungskosten steuerlich absetzbar. Die 
Unternehmen zahlen an die Wirtschaftskammer eine Kammerumlage: die Kammerumlage 
1 von 0,28 Prozent, gerechnet auf die Umsatzsteuer, die der Betrieb an seine Lieferanten
zahlt, entfällt bis 150.000 Euro Jahresumsatz, die Kammerumlage 2 beträgt je nach
Bundesland 0,31 bis 0,40 Prozent der Lohnsumme, dazu kommt die Grundumlage, die 
jede Fachgruppe selbst festlegt.

## Arbeiterkammer, ÖGB und Wirtschaftskammer: was du dafür bekommst

Laut eigener Leistungsbilanz hat die Arbeiterkammer 2025 rund 2,3 Millionen Beratungen
geführt und für ihre Mitglieder 948 Millionen Euro erreicht.

![Was die Arbeiterkammer 2025 für Mitglieder erreicht hat, in Millionen Euro: Arbeitsrecht
und Insolvenz 439,2, Sozialrecht 347, Steuer 108,1, Konsumentenschutz 42,6, Bildungsförderung
10,6, zusammen 948 Millionen Euro, dazu 2,3 Millionen Beratungen und 94.600 Vertretungen,
laut eigener Leistungsbilanz.](https://www.finanzgeier.at/wp-content/uploads/2026/
10/sozialpartnerschaft-grafik6_arbeiterkammer.png "Sozialpartnerschaft in Österreich:
wer Löhne und Regeln aushandelt 6")

Den größten Teil davon, 439 Millionen Euro, holte sie im Arbeitsrecht und bei Insolvenzen
herein, etwa für nicht bezahlte Löhne oder Abfertigungen, dazu 347 Millionen Euro
im Sozialrecht und 108 Millionen Euro bei der Steuer, vor allem über die [Arbeitnehmerveranlagung](https://www.finanzgeier.at/steuern/arbeitnehmerveranlagung/),
und 43 Millionen Euro im Konsumentenschutz. 94.600 Mitglieder wurden vor Gericht
oder außergerichtlich vertreten. Die Beratung steht jedem Arbeitnehmer offen, egal
ob er die Umlage zahlt oder nicht.

Die Gewerkschaft verhandelt die Kollektivverträge, unterstützt die Betriebsräte 
und bietet ihren Mitgliedern zusätzlich Berufsrechtsschutz, eine Berufshaftpflichtversicherung
und Unterstützung im Streikfall; den Rechtsschutz gibt es nach einer Mindestdauer
der Mitgliedschaft. Für Unternehmen ist die Wirtschaftskammer die erste Anlaufstelle
für Gründung, Arbeitsrecht als Arbeitgeber und Förderungen. Ob sich der Gewerkschaftsbeitrag
lohnt, muss jeder selbst entscheiden: Der Kollektivvertrag gilt auch ohne Mitgliedschaft,
aber wer Mitglied ist, stärkt die Seite, die für ihn verhandelt, und hat im Streitfall
den Rechtsschutz. Wer ohnehin jeden Monat die AK-Umlage zahlt, sollte die Beratung
auch nutzen, bevor er einen Vertrag unterschreibt, eine [Kündigung](https://www.finanzgeier.at/arbeit/kuendigung/)
annimmt oder auf Geld verzichtet.

## Gewerkschaft und Wirtschaftskammer: wenig Streiks, viel Kritik

Österreich ist ein Land mit sehr wenigen Streiks: 2025 beteiligten sich 6.637 Menschen
an Streiks, zusammen waren es 17.218 Streikstunden.

![Streikende pro Jahr in Österreich von 2000 bis 2025: 2000 19.439, 2001 kein Streik,
2002 6.305, 2003 779.182, 2004 30, 2005 bis 2010 kein Streik, 2011 87.034, 2012 
1.500, 2013 5.529, 2014 5.196, 2015 bis 2017 kein Streik, 2018 37.923, 2019 5.262,
2020 9.883, 2021 5.032, 2022 15.336, 2023 110.401, 2024 14.114, 2025 6.637 Streikende
mit 17.218 Streikstunden. Quelle ÖGB-Streikstatistik.](https://www.finanzgeier.at/
wp-content/uploads/2026/10/sozialpartnerschaft-grafik7_streiks.png "Sozialpartnerschaft
in Österreich: wer Löhne und Regeln aushandelt 7")

In vielen Jahren seit 2000 gab es gar keinen Streik, zuletzt 2015 bis 2017. Der 
Ausreißer war 2003 mit 779.182 Beteiligten und mehr als zehn Millionen Streikstunden,
2023 waren es bei der Lohnrunde 110.401 Beteiligte. Eine Erklärung ist die Sozialpartnerschaft
selbst: Konflikte werden am Verhandlungstisch gelöst, bevor es zum Streik kommt.

Die Sozialpartnerschaft ist aber auch umstritten. Seit Jahren wird im Parlament 
über die Pflichtmitgliedschaft in den Kammern diskutiert: Kritiker wollen sie freiwillig
machen und die Umlagen senken, Befürworter sehen in ihr die Grundlage dafür, dass
Kollektivverträge fast alle Arbeitnehmer erreichen. Der Rechnungshof hielt bei der
Kurzarbeit 2020 fest, dass AMS und Ministerium in die Grundkonzeption nicht eingebunden
waren und wesentliche Festlegungen den Sozialpartnern überlassen wurden. 2025 wurde
über die Bezüge von Funktionären und über Reformen in der Wirtschaftskammer diskutiert.
Diese Seite bewertet diese Fragen nicht, sie gehören zur Politik. Für dich als Arbeitnehmer
zählt vor allem, was am Ende in deinem Kollektivvertrag steht.

**Der Rat zum Schluss:** Schau im Herbst nach, was für deine Branche abgeschlossen
wurde, prüf auf dem ersten Lohnzettel nach der Erhöhung, ob sie auch angekommen 
ist, und nutz die Beratung der Arbeiterkammer, für die du ohnehin bezahlst.

**Quellen:** Sozialpartner Österreich: [Was ist das?](https://www.sozialpartner.at/?page_id=127),
[Geschichte](https://www.sozialpartner.at/?page_id=1115) und [Aufgaben](https://www.sozialpartner.at/?page_id=382);
RIS: [Bundes-Verfassungsgesetz Art. 120a](https://www.ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10000138&Artikel=120a&Paragraf=&Anlage=&Uebergangsrecht=),
[Arbeitsverfassungsgesetz § 12](https://www.ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008329&Paragraf=12)
und [Arbeiterkammergesetz § 61](https://www.ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008787&Paragraf=61);
ÖGB: [Der ÖGB in Zahlen](https://www.oegb.at/der-oegb/der-oegb-in-zahlen), [rollierende Inflation](https://www.oegb.at/themen/arbeitsrecht/kollektivvertrag/was-bedeutet-_rollierende-inflation-)
und [Kollektivvertragsabschlüsse 2026](https://www.oegb.at/themen/arbeitsrecht/kollektivvertrag/aktuelle-kollektivvertragsverhandlungen);
Gewerkschaft GPA: [Mitgliedsbeitrag](https://www.gpa.at/mitgliederservice/mitgliedsbeitrag);
PRO-GE: [Metaller-Kollektivvertrag](https://www.proge.at/themen/metaller); Arbeiterkammer:
[Leistungsbilanz 2025](https://arbeiterkammer.at/leistungsbilanz) und [Mitgliedschaft](https://www.arbeiterkammer.at/ueberuns/mitgliedschaft/Mitgliedschaft.html);
WKO: [Kammerumlagen 2026](https://www.wko.at/oe/wko/kammerumlagen-hebesaetze-schwellenwerte-2026)
und [Mitgliederstatistik 2025](https://www.wko.at/statistik/jahrbuch/mg-rf.pdf);
Statistik Austria: [Tariflohnindex](https://www.statistik.at/statistiken/arbeitsmarkt/arbeitskosten-und-tariflohnindex/tariflohnindex);
Parlament: [Rechnungshofbericht COVID-19-Kurzarbeit](https://www.parlament.gv.at/dokument/XXVII/III/577/imfname_1425512.pdf)
und [Parlamentskorrespondenz zur Pflichtmitgliedschaft](https://www.parlament.gv.at/aktuelles/pk/jahr_2015/pk0398).
Stand: Oktober 2026.

[⌊Ein leerer Lohnzettel und eine gelbe Geldbörse, in die orange Münzen fallen, einige
Münzen rollen daneben weg, oben die Worte Brutto Netto⌉⌊Ein leerer Lohnzettel und
eine gelbe Geldbörse, in die orange Münzen fallen, einige Münzen rollen daneben 
weg, oben die Worte Brutto Netto⌉[

**Weiterlesen:** Die AK-Umlage von 0,5 Prozent ist nur einer von mehreren Abzügen,
die zwischen deinem Bruttogehalt und dem Betrag auf dem Konto liegen. Welche Abzüge
das insgesamt sind, erklärt die Seite über [Brutto und Netto](https://www.finanzgeier.at/arbeit/brutto-netto/).
Dort steht, was vom Gehalt wirklich bleibt.

**Hinweis:** Diese Seite erklärt die Sozialpartnerschaft sachlich und bewertet keine
politischen Positionen. Beträge wie Umlagen und Höchstbeiträge werden jährlich angepasst.
