# P2P Kredite und warum sie als Investment abzulehnen sind

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- Published: 2024-03-09T12:00:00+01:00
- Author: finanzgeier

Wenn es um alternative Anlageformen geht, fällt oft der Begriff „Peer-to-Peer-Kredite“.
Obwohl, mittlerweile nicht mehr so oft, wie es noch vor 2-3 Jahren der Fall war.
Diese Portale haben mit hohen Zinsen gelockt. Bondora, Mintos, oder wie sie alle
noch heißen, haben mich nie interessiert. Und auch, wenn viele der Meinung sind,
dass diese Investmentform dem Portfolio beigemischt sein sollte, sage ich dazu: 
Beschäftigt euch nicht mit diesem Müll. Warum, das möchte in diesem Artikel etwas
genauer erläutern.

**Das Versprechen**

_„Endlich können auch Privatpersonen im Bankenmarkt mitmischen“, „Hohe Rendite mit
wenig Aufwand“, oder „Einfacher war investieren noch nie“.So oder so ähnlich hat
sich das Versprechen angehört, dass die Anbieter der Plattformen gegeben haben und
noch immer geben.

Schauen wir uns einmal an, was P2P-Kredite überhaupt sind. Sie sind eine Form der
Kreditvergabe, bei der Privatpersonen Geld an andere Privatpersonen verleihen. Das
passiert über Onlineplattformen, die als Vermittler auftreten. Vereinfacht gesagt
wendet sich jemand an die Plattform, der sich Geld leihen will. Die Plattform nimmt
das Geld der Investoren und gibt es dem Kreditnehmer. Der bezahlt das Geld mit Zinsen
wieder zurück. Die Zinsen sind hoch und liegen im Schnitt über 20 %. Die Plattform
behält sich einen Teil davon ein und gibt den anderen Teil an die Investoren weiter.

Ein gutes Geschäft für die Plattform. Sie schließt das Risiko aus und verlagert 
es an die Investoren. Das verdiente Geld selbst kommt aus teuren Krediten von den
Kreditnehmern.

Doch warum ist jemand überhaupt bereit 20 % und mehr an Zinsen zu bezahlen? Da kommen
wir zum ersten Problem. Die Kreditnehmer bezahlen diesen Zinssatz nicht aus reiner
Freude, sondern bekommen in der Regel über herkömmliche Banken keinen Kredit mehr.
Das passiert, wenn die Bonität der potenziellen Kreditnehmer schlecht ist.

**Die Verlockung und das Risiko**

Die größte Gefahr beim Investieren in P2P Kredite liegt im Ausfallrisiko. Unbesicherte
Verbraucherkredite haben grundsätzlich ein höheres Risiko, als zB Immobilienkredite.
Es gibt keine Sicherheiten, die bei Zahlungsausfall verwertet werden können.

Anders als bei klassischen Spareinlagen greift auch nicht die staatliche Einlagensicherung,
die sonst bis zu EUR 100.000,- pro Person bei einer Pleite der Bank garantiert.

Diese fehlenden Besicherungen bedeuten, dass es möglich ist nicht nur keinen Vermögenszuwachs
zu haben, sondern auch, dass ein 100 %iges Verlustrisiko besteht.

Diese Kreditform ist auch langfristig aufgebaut. Da der Anlagehorizont mehrere Jahre
beträgt, können frühzeitige Kapitalauszahlungen, falls sie überhaupt möglich sind,
dazu führen, dass der ursprüngliche Investmentbetrag teilweise oder ganz verloren
wird.

Fehlende Kontrolle. Es ist nicht klar, an welche Person das eingesetzte Kapital 
verliehen wird, oder auf welche Personen es aufgeteilt ist. Im Fall eines Zahlungsausfalls
eines einzelnen, kann nichts unternommen werden. Es kann nicht selbst gemahnt, den
Schuldner besucht, oder ein Gerichtsverfahren eingeleitet werden.

Falls alles gut läuft, muss der Gewinn selbst versteuert werden. Das automatisierte
Einbehalten einer Kapitalertragssteuer und die Abfuhr an das zuständige Finanzamt,
wie man es von Banken oder Brokern kennt, kommt hier nicht zu tragen. Beträge müssen
selbst dokumentiert und in der persönlichen Steuererklärung berücksichtigt werden.
Andernfalls kann ein Finanzstrafverfahren drohen.

Wie bei Börseninvestment gilt auch bei Onlinekrediten: Die Performance der Vergangenheit
spiegelt nicht die Erträge der Zukunft wider. Gewinne werden nicht garantiert, gute
Entwicklungen müssen sich nicht weiter fortsetzen und können jederzeit einbrechen.

All diese Punkte sind im Übrigen nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern finden
sich auf der Homepage einer großen P2P-Plattform wieder. Schaut einfach Mal ins 
Kleingedruckte.

Rückkaufgarantien, wie sie von manchen Anbietern angeboten werden, gelten natürlich
auch nur so lange, solange der Garantiegeber selbst nicht insolvent ist. Womit sich
der Kreis zum anfangs erwähnten Ausfallrisiko schließt.

**Fazit **

Hohe Renditen gehen immer mit einem hohen Risiko einher, und das Ausfallrisiko bei
P2P Krediten ist nicht zu unterschätzen. Ich halte diese Investments für eine äußerst
riskante Anlageform, die auch deshalb so populär geworden ist, weil viele in ihren
Videos sie in den höchsten Tönen gelobt haben. Ob vielleicht die Affiliateprogramme
der Plattformen etwas damit zu tun haben, muss jeder selbst für sich beantworten.

Für erfahrene Anleger, die sich der Risiken bewusst sind, ist diese Anlageform möglicherweise
geeignet. Dann wohl aber auch nur, wenn diese Assetklasse dem Anlageportfolio nur
gering beigemischt ist. Damit sich das Beschäftigen damit sich dann aber auch lohnt,
sollte das eigene Vermögen schon etwas größer sein. Da bleibt für mich nur die Frage,
wenn ich über ein größeres Vermögen verfüge, habe ich es dann überhaupt noch notwendig,
auch nur eine kleine Summe in ein derartiges Risikogeschäft zu verschieben? Ist 
das Chance-/Risikoverhältnis bei P2P-Krediten nicht zu unausgewogen für mich? Und,
macht es nicht vielleicht mehr Sinn mich mit sichereren Sparstrategien, Vermögensaufbau
und Vermögensschutz zu beschäftigen?
