# Trump verliert den Kongress, Teuerung im Fokus: Wie ist die Lage in Österreich?

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- Veröffentlicht: 2026-11-05T08:21:03+01:00
- Autor: finanzgeier

In den USA liegt die Inflation bei 3,7 Prozent, in Österreich bei 3,6 Prozent. Bei
den Zwischenwahlen am 3. November haben die Republikaner von Präsident Donald Trump
die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses verloren, und die Teuerung spielte
dabei eine zentrale Rolle. Wie kann eine Inflation, die weit unter den acht Prozent
liegt, die die USA 2022 hatten, so viel Gewicht bekommen? Und wie läuft die Debatte
in einem Land mit fast derselben Teuerung?

## Warum 3,7 Prozent so schwer wiegen

Der Arbeitsmarkt in den USA ist robust, der Aktienmarkt solide. Trotzdem waren laut
einer Befragung der Nachrichtenagentur AP drei Viertel der Wähler mit der Wirtschaft
unzufrieden, und als größtes Problem nannten die meisten die steigenden Preise.

Ein robuster Arbeitsmarkt und solide Börsen helfen Haushalten mit knappem Budget
wenig, sagen manche. Wer zwar Arbeit habe, sich vom Lohn aber weniger leisten könne
als vorher, habe wenig davon. Und wer beim Tanken rechnen müsse, besitze auch kein
Aktiendepot, das von steigenden Kursen profitiert.

Einen Teil erklärt die Wirtschaftspsychologie: Höhere Ausgaben für den täglichen
Bedarf nehmen Menschen besonders stark wahr. Außerdem bildet die Inflationsrate 
nicht alles ab. Der US-Verbraucherindex erfasst die Preise in Städten und Ballungszentren,
nicht auf dem Land. Dort fehlen oft U-Bahn und Busse, weshalb höhere Preise für 
Benzin und Diesel laut der New Yorker Regionalbank der US-Notenbank schon in der
Inflationskrise 2022 stärker durchschlugen. Im ländlich geprägten US-Bundesstaat
Kansas kostet Diesel um 70 Prozent mehr als vor Beginn des Iran-Kriegs. Eine Familie
dort hat laut einem Onlinerechner von NBC seit Februar im Schnitt 750 Dollar mehr
für Sprit ausgegeben als im Vorjahr. Kreditzinsen sind im Index gar nicht enthalten,
obwohl die hohe Inflation die langfristigen Zinssätze steigen ließ: Ein typischer
US-Haushalt zahlt laut der Ratingagentur Moody’s seit dem Frühjahr 540 Dollar mehr
Zinsen für Hypothekarkredite.

![Balkendiagramm Inflation in Prozent: USA 2022 8,0, USA aktuell 3,7, Euroraum aktuell
4,0, Österreich Oktober 3,6, Ziel der EZB 2. Darunter Mehrkosten in den USA: plus
750 Dollar Sprit für eine Familie in Kansas seit Februar, plus 540 Dollar Hypothekarzinsen
für einen typischen Haushalt seit dem Frühjahr.](https://www.finanzgeier.at/wp-content/
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im Fokus: Wie ist die Lage in Österreich? 1")

## Nur das Geld?

Haben die Preise also den Ausschlag gegeben? Viele glauben das und empfinden es 
als Armutszeugnis: Skandale und ein Krieg hätten Trump wenig anhaben können, erst
das teure Benzin habe ihn Stimmen gekostet. Andere halten diese Erklärung für zu
einfach. Sie meinen, die Wähler hätten Trump als Politiker satt gehabt und die Inflation
sei nur der Anlass gewesen. Der Politologe Reinhard Heinisch nennt die Sorge um 
den Zustand der US-Demokratie und die Wut über Korruption als zweitwichtigsten Grund
für den Sieg der Demokraten.

Warum geben viele Trump die Schuld an einer Teuerung, die niedriger ist als die 
von 2022 unter Joe Biden? Eine Antwort sieht den Unterschied in der Ursache: Die
Teuerung nach Corona habe fast jedes Land getroffen, die heutige habe Trump mit 
seinen Zöllen und dem Iran-Krieg selbst herbeigeführt.

## Und in Österreich?

Im Euroraum liegt die Inflation aktuell bei vier Prozent, in Österreich laut Schnellschätzung
der Statistik Austria im Oktober bei 3,6 Prozent. Das Ziel der Europäischen Zentralbank
sind zwei Prozent. Der Chefökonom der Arbeiterkammer, Matthias Schnetzer, rechnet
für September vor, dass der Iran-Krieg über Treibstoffe und Heizöl die Inflation
um 1,3 Prozentpunkte erhöht hat, das ist rund ein Drittel der Teuerung.

Auch in Österreich erwarten viele, dass die hohe Teuerung den Regierungsparteien
schadet. Manche finden es seltsam: In den USA hätten die Wähler Trumps Partei abgestraft,
hier, wo ein Teil der Teuerung ebenfalls von Trumps Krieg im Iran komme, liege dagegen
mit der FPÖ eine Partei in Umfragen vorne, deren Chef Herbert Kickl im September
2025 sagte, er habe für einige Dinge in Trumps Politik „große Sympathie“, sehe sich
aber nicht als dessen Anhänger. Eine Umfrage des Market-Instituts sah die FPÖ im
Juli bei 38 Prozent.

Die Regierung hat bereits die Spritpreisbremse erweitert, in die Mieten eingegriffen
und einen Sozialtarif für Strom eingeführt. Manchen sind die bisherigen Maßnahmen
zu wenig, sie wünschen sich weitere Eingriffe in die Preise. Der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts
Wifo, Gabriel Felbermayr, hält es für richtig, dass die Regierung Maßnahmen gesetzt
hat, warnt aber, Preiseingriffe könnten negative Folgen haben. Ein Vorschlag setzt
bei der Indexierung an: Mieten, Versicherungsprämien und teils auch Kontogebühren
steigen oft automatisch mit dem Verbraucherpreisindex, und das treibe die Inflation
selbst weiter an.

## Wohin führt das?

Manche hoffen auf Entspannung auch für Europa: Enden die Zölle, entspannt sich die
Lage für europäische Firmen, endet der Iran-Krieg, könnten die Energiepreise sinken.
Ob Österreich zurück zu zwei Prozent findet und wer bei der nächsten Nationalratswahl
die Rechnung für die hohe Teuerung bekommt, ist offen.

Quellen: [derStandard.at (Inflation)](https://www.derstandard.at/story/3000000347315/inflation-bei-36-prozent-ein-drittel-der-teuerung-in-oesterreich-geht-auf-trumps-kappe),
[derStandard.at (Umfrage)](https://www.derstandard.at/story/3000000331590/sonntagsfrage-fpoe-naehert-sich-40-prozent-oevp-und-spoe-weiterhin-im-sinkflug),
[derStandard.at (US-Wahl)](https://www.derstandard.at/story/3000000347562/trumps-teuerungs-trauma-warum-die-republikaner-sogar-in-ihren-hochburgen-abgestraft-wurden),
[ORF.at (Inflation)](https://orf.at/stories/3447134/), [ORF.at (Kickl)](https://orf.at/stories/3404878/),
[SN.at](https://www.sn.at/politik/weltpolitik/trump-verliert-sein-land-demokraten-gelingt-sensationssieg-bei-den-zwischenwahlen-art-682034)

Stand: 05.11.2026

**Weiterlesen:** Gestern ging es um die AUA, die fünf Dreamliner nicht bekommt, 
und um die Frage, wie es mit der Langstrecke ab Wien weitergeht.

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