# AUA bekommt fünf Dreamliner nicht: Wie geht es mit der Langstrecke weiter?

- Link: https://www.finanzgeier.at/aktuell/2026/11/aua-dreamliner-langstrecke/
- Veröffentlicht: 2026-11-04T09:36:30+01:00
- Autor: finanzgeier

Fünf fabriksneue Langstreckenflugzeuge waren für Wien vorgesehen, nun kommen sie
anderswo im Konzern zum Einsatz. Die Austrian Airlines bekommen vorerst keine weiteren
Boeing 787, besser bekannt als Dreamliner. Auf der Langstrecke ab Wien bleiben deshalb
die alten Boeing 777 mindestens bis Ende 2029 oder Anfang 2030 im Einsatz. Am 3.
November hat die AUA das bestätigt. Am selben Tag wurde ein Satz von Bundeskanzler
Christian Stocker bekannt: „Wir werden die Flugabgabe senken.“ Schon vor einigen
Wochen hieß es, die fünf Flugzeuge stünden auf der Kippe, um Druck auf die Politik
zu machen, damit die Kosten am Standort sinken. Sind die fünf Flugzeuge also ein
Druckmittel?

## Sieben statt zwölf

Der ursprüngliche Plan war groß. Zwölf Dreamliner sollten bis Ende 2028 die alten
Langstreckenjets der AUA ersetzen, die Boeing 767 und die Boeing 777. Die AUA sprach
von der größten Flotteninvestition ihrer Geschichte, die Summe lag im Milliardenbereich.
Jetzt bleibt es vorerst bei sieben. Die fünf Maschinen, die ab Ende 2027 ausgeliefert
werden, setzt der Mutterkonzern Lufthansa anderswo in der Gruppe ein. Ganz vom Tisch
ist die Erneuerung allerdings nicht: Für die AUA könnte sich laut eigener Aussage
eine „andere Option“ ergeben, mit der die 777 doch ersetzt werden könnten. Die Gespräche
mit der Politik über den Standort nennt sie dafür einen „entscheidenden Baustein“.

Investiert werde dort, wo es sich langfristig am meisten lohne, heißt es von der
AUA, und AUA-Chefin Annette Mann beklagt „lähmende Standortkosten“ in Österreich.
Ein Posten davon ist die Flugabgabe. Sie beträgt seit September 2020 12 Euro pro
Passagier und Abflug, bei Strecken unter 350 Kilometern 30 Euro. Zahlen muss sie
die Fluglinie, die sie über den Ticketpreis an die Fluggäste weitergibt.

Wie es um die AUA steht, zeigen ihre Zahlen. Der Sommer lief gut: Von Juli bis September
stieg das bereinigte operative Ergebnis, also der Gewinn aus dem laufenden Geschäft
ohne Sondereffekte, um 18 Prozent auf 141 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr, in
dem die Krise im Nahen Osten die AUA hart getroffen hatte, lag es dagegen bei minus
93 Millionen Euro. Für die ersten neun Monate bleibt deshalb ein bereinigtes operatives
Ergebnis von 48 Millionen Euro, um 37 Prozent weniger als im selben Zeitraum des
Vorjahres. Belastet haben dabei auch die anhaltenden Rekordkosten für Kerosin. Die
Verbindung Wien–Graz ist bereits gestrichen, und im Winterflugplan hat die AUA um
5 Prozent weniger Kapazität als im Vorjahr.

![Balkendiagramm: Bereinigtes operatives Ergebnis der AUA. Juli bis September: 119
Millionen Euro 2025, 141 Millionen Euro 2026, plus 18 Prozent. Jänner bis September:
76 Millionen Euro 2025, 48 Millionen Euro 2026, minus 37 Prozent.](https://www.finanzgeier.
at/wp-content/uploads/2026/11/aktuell-aua-ergebnis.png "AUA bekommt fünf Dreamliner
nicht: Wie geht es mit der Langstrecke weiter? 1")

## Druckmittel oder echte Not?

Wie kommt das in der Bevölkerung an? Weit verbreitet ist der Eindruck, dass die 
AUA im Lufthansa-Konzern immer schon die ungeliebte Stieftochter war. Steckt also
mehr dahinter als die Kosten in Wien? Boeing und Airbus liefern teils Jahre zu spät,
neue Flugzeuge sind knapp, und die Lufthansa steigt gerade bei der portugiesischen
TAP ein. Braucht der Konzern die Dreamliner schlicht selbst, und kommen die Standortkosten
als Begründung gerade recht?

Dazu kommen zwei weitere Einwände. Der erste betrifft den Treibstoff: Ein moderner
Dreamliner verbraucht deutlich weniger als eine alte 777. Bleiben die alten Jets
bis 2030 in der Luft, zahlt die AUA bei jedem dieser Flüge mehr für Kerosin als 
mit einem Dreamliner, und das bei den derzeit hohen Kerosinkosten. Wie soll die 
AUA dann mehr verdienen, wenn ihr der Konzern die sparsameren Flugzeuge nicht gibt?
Der zweite Einwand betrifft die Abgabe selbst: Sie fällt für jeden Fluggast an, 
der in Wien abfliegt, egal mit welchem Flugzeug und egal ob er direkt nach New York
fliegt oder über Frankfurt. An der Abgabe ändert die Entscheidung also nichts. Was
bringt es dann, der AUA die fünf weiteren Dreamliner nicht zu geben, außer Druck
auf die Regierung?

Allerdings gibt es auch die andere Seite. Viele halten die Kosten in Wien für extrem
hoch. Andere sehen das Problem darin, dass Pläne immer wieder umgeworfen werden 
und die AUA so kaum vorausplanen kann. Wieder andere verweisen darauf, dass wichtige
Märkte für die Langstrecke weggefallen sind, etwa Russland und die Ukraine sowie
Ziele im Nahen Osten. Und manche meinen, Österreich habe anders als etwa die Schweiz
kaum Weltkonzerne und damit weniger Geschäftsreisende, die teure Langstreckentickets
kaufen.

Schließlich werfen manche der AUA vor, sie biete Billigflieger-Service zu Premium-
Preisen: Die Kunden zahlten viel und bekämen wenig. Liegen die Probleme der AUA 
dann wirklich nur an den Standortkosten? Manche erinnern außerdem daran, dass die
AUA in der Corona-Krise mit Staatsgeld gestützt wurde, und haben deshalb wenig Verständnis
für die Klagen über den Standort. Hätte sich die Republik damals besser direkt am
Unternehmen beteiligen sollen, statt nur Hilfe zu zahlen?

## Abschaffen, senken oder mehr verlangen?

Auch was mit der Flugabgabe geschehen soll, ist umstritten. Acht Landeshauptleute,
mehrere Fluglinien und heimische Flughäfen verlangen, die Abgabe abzuschaffen oder
zumindest zu senken. Andere halten das Klima dagegen: Müsste die Luftfahrt nicht
eher mehr zahlen statt weniger? Manche fordern, statt die Abgabe zu senken, eine
Steuer auf Kerosin einzuführen. Autofahrer zahlen auf Benzin und Diesel längst Mineralölsteuer,
Kerosin für Linienflüge ist davon befreit. Wieder andere wünschen sich, dass solche
Abgaben in der ganzen EU gleich hoch sind.

Und wäre es für das Klima überhaupt eine gute Nachricht, wenn ab Wien weniger Langstrecke
geflogen würde? Viele meinen jedoch, dass deshalb kaum jemand auf die Reise verzichte:
Die Fluggäste stiegen eben in Frankfurt oder München um, geflogen werde trotzdem.

Mit dem Plan, die Flugabgabe zu senken, ist die Regierung nicht allein: Auch in 
Deutschland will Bundeskanzler Friedrich Merz die Luftverkehrsteuer senken. Wie 
stark und ab wann die Abgabe in Österreich sinken soll, ist noch offen. Und wem 
nützt eine Senkung, wenn die Abgabe ohnehin über den Ticketpreis weitergegeben wird:
den Fluglinien oder den Fluggästen? Unabhängig davon rechnet Lufthansa-Chef Carsten
Spohr wegen des Kerosinpreises damit, dass die Ticketpreise 2027 zweistellig steigen.

## Wohin führt das?

Eine Sorge reicht über die fünf Flugzeuge hinaus. Wird Wien mit der Zeit zum bloßen
Zubringer, von dem aus die Fluggäste zu den Langstreckenflügen in Frankfurt, München
und Zürich gebracht werden? Und was heißt das für die Arbeitsplätze? Laut AUA hängen
an jedem Langstreckenflugzeug rund 350 Arbeitsplätze im Unternehmen. Die gestrichene
Verbindung nach Graz sehen einige bereits als ersten Schritt zur Abwertung des Standorts
Wien. Ob eine niedrigere Flugabgabe Wien als Langstreckenstandort sichert und die
alten 777 doch noch durch neue Flugzeuge ersetzt werden, ist offen.

Quellen: [Austrian Airlines (Finanzergebnis)](https://www.austrianairlines.ag/2026/11/03/austrian-airlines-finanzergebnis-starke-nachfrage-unsichere-perspektiven-hohe-standortkosten-laehmen-austrian-airlines/),
[Austrian Airlines (Halbjahresergebnis)](https://www.austrianairlines.ag/2026/08/04/austrian-airlines-halbjahresergebnis-2026-krise-im-nahen-osten-hat-austrian-airlines-hart-getroffen/),
[derStandard.at](https://www.derstandard.at/story/3000000347237/aua-erhaelt-vorerst-keine-neuen-langstreckenflugzeuge),
[derStandard.at (TAP)](https://www.derstandard.at/story/3000000347376/lufthansa-und-lissabon-unterzeichnen-tap-einstieg),
[NÖN.at](https://www.noen.at/bruck/flughafen-schwechat-rueckschlag-fuer-aua-lufthansa-zieht-zusage-fuer-fuenf-dreamliner-zurueck-a8527287),
[ORF.at](https://orf.at/stories/3446998/), [SN.at](https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/zukunft-der-aua-langstrecke-steht-infrage-art-681848),
[Unternehmensserviceportal](https://www.usp.gv.at/themen/steuern-finanzen/weitere-steuern-und-abgaben/flugabgabe.html),
[wien.ORF.at](https://wien.orf.at/stories/3377883)

Stand: 04.11.2026

**Weiterlesen:** Alle Beiträge der Rubrik Aktuell findest du auf der Themenseite,
der neueste steht immer ganz oben.

[Weiterlesen](https://www.finanzgeier.at/aktuell/)
